Dienstag, 18. November 2008
Die 78er-Generation
Die 78er-Generation !?! Ein Begriff, den der Schriftsteller Reinhard Mohr 1992 erstmals verwendete, um Kritik zu üben und Analyse über seine eigene Generation, nämlich der in den 50er Jahren Geborenen, zu betreiben.


Auch der Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx schrieb über diese Generation :

Aufstand im Schlaraffenland

In den 50er Jahren geboren, sind viele ihrer Mitglieder auf die große Suche nach dem anderen Leben gegangen - mit allen biographischen Konsequenzen.
Es ist die erste Generation in diesem Jahrhundert, die ohne Krieg aufwuchs. Als erste wagte sie auf breiter Front den Aufstand gegen die Eltern, wurde mit Drogenerfahrungen konfrontiert und lernte, mit einer »nichtreproduktiven« Sexualität umzugehen. Heute fühlt sie sich von den pragmatischen Kids, den 68er-Kindern, verachtet, vom »zweiten Boom« der Bundesrepublik überrollt und zwischen Karriere und politischer Konsequenz hin- und hergerissen."



Reinhard MOHR schrieb 1992 :

"Die 78er, die heute auf die vierzig zugehen, kamen zu spät zur Revolte der sechziger Jahre und standen dann, in den Achtzigern, vor den verschlossenen Türen der reformierten Gesellschaft, die sie gar nicht zu brauchen schien. Daß sie für eine gewisse Larmoyanz und die große philosophische Wehklage außergewöhnlich anfällig waren, hing mit ihrer sozialen Metaexistenz zusammen: Als Angehörige einer historisch »überflüssigen« Zwischengeneration fielen sie durch den imaginären Rost des Zeitgeistes. Anders als die »Alt-68er« und die postmodernen »Neonkids« haben die 78er keine politisch oder kulturell griffige Symbolik entwickelt, die sie auf Anhieb identifizierbar machte. Sie verfügten über kein Label, kein Erkennungszeichen".


"Wenn man sich für die Potentiale der Generation interessiert, die, wenn die Geschichte sie nicht einfach überspringt, die Republik ins neue Jahrtausend führen wird, muß man mehr leisten als die Kritik des Futons am Hochbett. Keine angemessene Würdigung finden bei Mohr zwei ''Sieger'' der 78er, die die Gesellschaft heute teuer zu stehen kommen:


Zum einen der Triumph der Abzockermentalität. (...). Sie waren die erste Generation, die aufgrund virulenter Staatsfeindlichkeit keine Hemmungen beim Abzocken des sozialliberal expandierenden Wohlfahrtsstaates hatte (...). Sie lassen sich vom Staat alimentieren und bilden die zähe Masse bei vielen Alternativprojekten, von der taz bis zu den Grünen. (...).

Zum anderen das Singletum. Die 78er sind die ersten, bei denen das »strukturell« verschwenderische Singleleben massenweise von der Lebensphase zur Lebensform wurde. Die Hälfte der Haushalte in den Großstädten sind Single-Haushalte. Der gesellschaftlich prägendste Teil davon sind die 78er. Sie üben - sozial und räumlich flexibel, wie sie sind - einen enormen Konkurrenzdruck auf dem Arbeitsmarkt aus und fühlen sich dabei immer als potentielle Opfer.

Bernd ULRICH
Autor von ''Generation ohne Grenzerfahrung ''



Tja, scheint es wohl nicht nur klug sondern notwendig, dass sich die Allgemeinheit endlich mit dieser Generation intensiv beschäftigt.

Die ersten Analysen über diese Generation sind schon veraltet bzw. vergessen, bevor sie, wenn überhaupt, in die öffentliche Diskussion gelangen....

Und an dieser Stelle muss man wieder einmal dem Maxim Biller zustimmen, der behauptet, dass es überhaupt keine Literaturkritik in Deutschland gäbe, die derartige Ausarbeitungen schafft und sie in die öffentliche Diskussion bringt.


Meine Behauptung : Vorallem weil zur Zeit die Vertreter der 78er Generation das gesellschaftliche Ruder in der Hand halten, neigen wir zu Beginn des 21. Jahrhunderts wieder einmal zum gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rückschritt bzw. Zivilisationsbruch.


riesenZWERG
( Ein Neon-Kid? )

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Sonntag, 16. November 2008
Die Tragik der Allmende

Bild: Adolph von Menzel, „Das Eisenwalzwerk“ (1872/75). Die soziale Katastrophe, die die Industrialisierung für die Lohnarbeiter bedeutete


Ein freier Mensch muss es ertragen können, dass seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muss sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen."


Ludwig von Mises



Nun gut Ludwig, sind wir einmal tolerant !

Okay, eine unverbesserliche sozialistische Ideologie ist ja, genau wie ein ausgeprägter sozialer Gemeinschaftssinn, nicht unbedingt das Allerschlimmste !

Schließlich spricht das grundsätzlich ja für Menschlichkeit, für den Willen zum Miteinander und für das Bestreben, die Allgemeinheit voranbringen zu wollen!

Andererseits, bei nicht wenigen Zeitgenossen, die sich in diesen Tagen vehement gegen jegliche Privatisierungen von Unternehmen stellen, hat man doch immer wieder das Gefühl, als kannten sie doch tatsächlich nicht die Tragik der Allmende !?!

Wie sonst erklärt sich ihr immer wieder vorgetragener Trugschluß : Was ALLE brauchen muss auch ALLEN gehören ?

Sollten ihnen tatsächlich nicht die zerstörerischen kybernetischen Rückkoppelungsmechanismen, insbesondere aufgrund suboptimaler Nutzung eines zum kollektiven Besitz erklärten Gutes bekannt sein ?

Und ich frage weiter :

Kann dadurch weiterhin angenommen werden, dass diesen Leuten in Bezug auf soziale Systeme, wohl auch nicht der sogenannte Ringelmann-Effekt mit den damit einhergehenden fatalen Folgen für die Solidargemeinschaft bekannt ist ?

Nehmen wir einmal an, es gäbe tatsächlich in unserer Republik eine Masse von Leuten, die in diesen doch für unsere Volkswirtschaft so wichtigen wirtschaftswissenschaftlichen Erkenntnissen mit völliger Unkenntnis gestraft sind und sie zudem etliche historische Unglücksmodelle, die dies anschaulich belegen, ausblenden .

Nun, bei dieser Annahme erkläre sich jedenfalls nicht nur einiges an dummem egoistischem Geschwafel,sondern es gibt einem sofort zu verstehen, warum man im Allgemeinen soziale Herausforderungen nicht als multikriterielle Probleme versteht und sie daher auch nicht einer Pareto-Optimierung unterzieht !
Ja tatsächlich, die Frage über die beharrliche Ignoranz der Problemlösung über eine in diesem Fall üblicherweise anzuwendende Ressourcenallokation beantwortet sich ganz von selbst !

Dennoch weigere ich mich zu glauben, dass vorallem die redeführenden Gegner von Privatisierungen dies alles nicht kennen.
Was die Schlußfolgerung zulässt, dass hier bewußt Massen, entgegen wissenschaftlicher Fakten, vorallem aber entgegen jeglicher Vernunft manipuliert werden.


riesenZWERG

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Samstag, 15. November 2008
Gedanken zur ''Philosophie des Elends''

Bild: Pierre-Joseph Proudhon (1809-1865)




Karl Marx : ''Elend der Philosophie''

Schlußsatz des Werkes :

Nur bei einer Ordnung der Dinge, wo es keine Klassen und keinen Klassengegensatz gibt, werden die gesellschaftlichen Evolutionen aufhören, politische Revolutionen zu sein. Bis dahin wird am Vorabend jeder allgemeinen Neugestaltung der Gesellschaft das letzte Wort der sozialen Wissenschaft stets lauten:


"Kampf oder Tod; blutiger Krieg oder das Nichts. So ist
die Frage unerbittlich gestellt."
George Sand



'' Erst Frieden, Abrüstung, Deutsche Einheit , heile Welt und dann auf einmal : Aus der Traum ! ''

So hörte ich schon in den Neunzigern jemanden sagen !

Und heute ?

Bildungsmisere, Kulturverfall, Sitten- und Moralverfall, Aufstände, Verstärkung der inneren Sicherheit,soziale Unruhen, Klassenkampf, Finanzkrise, drohender wirtschaftl. Niedergang, Rezession etc.

Dies alles sind für viele Soziologen und Gesellschaftskritiker - und ich stimme ihnen zu - nicht mehr als ''sich zu erfüllende, ja heraufbeschwörte Selbstprophezeiungen'' aus der selbstgeschaffenen Klassenideologie des postmodernen Bürgertums einerseits und der kapitalistischen Gesinnung und Gier andererseits ?

Die volksseitigen ideologischen Antriebe und Ur-Motive finden sich jedenfalls essentiell und glasklar in Schriften von Marx , Engels (u.a.) wieder.
Der direkte Gegenpol zu Marx war seinerzeit Pierre-Joseph Proudhon mit seiner "Philosophie des Elends" der jedoch stets die soziale Verantwortbarkeit von evtl. global ausgeweiteten Kapital- und Finanzsystemen in Frage stellte. Und das erstaunlicherweise bereits im Jahre 1846 !

Bis zur französischen Revolution möchte ich gar nicht zurückgehen, da meiner Meinung nach das Volk des Feudalsystems nicht mit der Gesellschaft, so wie sie sich seit der industriellen Revolution darstellt, vergleichbar ist. Das Wort ''Bürgertum'' und seine Bedeutung hat sich seitdem zu stark gewandelt !

Viele sehen das anders ! Nachvollziehbar argumentieren können sie aber nur, wenn sie den heutigen soziokulturellen Einfluß des Bürgertums auf Politik und Wirtschaft komplett ausblenden oder wie schon öfters von mir angeführt, die Ursache-Wirkungs-Relation in dieser Hinsicht umdrehen !
Nicht zuletzt tun sie das, um das kleine Männchen im Hinterkopf namens ''Eigenverantwortung'' zum Schweigen zu bringen .
Dazu kann man stehen wie man will ! Mir ist es mittlerweile egal , wenn dieses Wort zum neoliberalen Schlagwort rubriziert wird. Was damit gemeint ist, leuchtet jedem, der sein eigenes Schicksal ungern in fremde Hände legt, ein.

Egal ! Wesentlich jedenfalls ist -bedauerlicherweise-, dass es ein gemeinsames Anstreben einer Gesellschaft ohne Klassen und Klassengegensätze bis heute nie gegeben hat .
Von keiner Seite ! Im Gegenteil ! Liest man z. B. Marx, so bemerkt man die unterschwellige Aufforderung zur Revolution, zur bedingungslosen Vernichtung der Gegenseite.

Eine mögliche Variante einer Symbiose zwischen den Interessengruppen sah er meiner Meinung nach nicht ! Und auch die ''Kritik der politischen Ökonomie'' von Engels hätte man eher als Lösungsvorschlag etablieren können, fänden sich darin mehr ''Kompromisse '', mehr Ansätze zum interdisziplinären Miteinander !
Stets wurde stur seinen selbstformulierten Theorien Rechnung getragen, auch damit man die oft selbstgeschaffenen Determinanten seiner Thesen nicht hinterher über den Haufen werfen musste......

Es war und ist bis heute den Meisten wichtiger, Ihrer Ideologie stets treu zu bleiben, anstatt die Menschen anhand der Ideologien zu vereinen.

Das Resultat : Nach wie vor bleibt es bei dem '' Alles in Frage stellenden '' ideologischen Stellungskrieg!

Und genau aus diesem Grunde bewahrheitet sich periodisch das Zitat von dieser George Sand, ganz gleich auf welcher Seite sie stand........


riesenZWERG

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Freitag, 14. November 2008
Das Denunziantentum
Der anthroposophische Ansatz in Bezug auf das Denunziantentum der Postmoderne, scheint mir bisweilen doch noch der Treffendste zu sein .

Daher erlaube auch ich mir einmal die C&P-Methode anzuwenden.
Denn bemerkenswerte Ausführungen - die mal ganz anders als die üblichen einseitigen Propagandaphrasen, aus einer unabhängigen, freidenkerischen Position heraus entstehen - verdienen es immer, wiederholt zu werden.

Im Folgenden also ein Text aus anthroposophy.com :


Der Rassismus stellt ohne Zweifel eine der großen Katastrophen der neueren Geschichte dar. Als Rassenantisemitismus mündete er im ultimativen Verbrechen des nationalsozialistischen Genozids. Die moralische Verwerflichkeit dieses Verbrechens und seine geschichtliche Einzigartigkeit kann von keinem vernünftigen Menschen bestritten werden.

So wie die andere reduktionistische Ideologie des 19. Jahrhunderts, die Ideologie des Klassenkampfs, führte die Ideologie des Rassenkampfs zu einer Entfesselung von Gewalt und einer Dehumanisierung in nie dagewesenem Ausmaß. Der Rassismus identifizierte Individuen mit einem biologischen Typus und reduzierte sie auf diesen. Nicht durch ihr Tun, sondern durch ihr Sein sollten sie bestimmt sein. Der angeblichen Determination durch den Rassentypus konnte niemand entrinnen. Der Kommunismus in seinen verschiedenen Formen identifizierte die Individuen mit ihrer Klasse und hielt die angebliche Determination durch diese Gruppenzugehörigkeit für ebenso unentrinnbar. Die totalitären Großideologien führten bei den Versuchen ihrer gesellschaftlichen, politischen Umsetzung nicht nur zu zwei Weltkriegen, sondern auch zu binnenstaatlichen Katastrophen nie dagewesenen Ausmaßes.

Im Horizont der biologististischen und soziologistischen Programme blieb kein Raum für das Individuum, kein Raum für die Andersartigkeit, kein Raum für Freiheit. Das war der Grund, warum sowohl in kommunistischen Staaten als auch im nationalsozialistischen Regime die Anthroposophie verboten war. Die Anthroposophie widerstreitet der Reduktion des Menschen auf biologische Merkmalsgefüge ebenso, wie seiner Reduktion auf gesellschaftlich definierte Kategorien. Sie sieht das Wesen des Menschen in seiner einzigartigen, unaustauschbaren geistigen Individualität, die sie jedem Angehörigen der Gattung zuspricht, ohne Ausnahme und Abstriche. Sie leugnet weder das Vorhandensein eine biologischen Natur noch die Existenz gesellschaftlicher Verhältnisse, in die das einzelne Individuum eingebettet ist. Sie bestreitet jedoch die Reduzierbarkeit des Menschen auf sie oder dessen Ableitbarkeit aus ihnen. Der einzelne Mensch ist aufgerufen, seinen biologischen und seinen gesellschaftlichen Leib (die Gesamtheit der naturhaften und sozialen Gegebenheiten) zu Ausdrucksmitteln seiner Freiheit zu erheben.

Die Anthroposophie will den Menschen zu sich selbst befreien, indem sie auf den unreduzierbaren Quell einer schöpferischen Kreativität verweist, den jeder in sich trägt. Der Mensch ist nicht mit einem Bild identifizierbar, das andere sich von ihm machen, er ist immer mehr als das. Was er ist, kann er letztlich immer nur durch sich selbst explizieren. Diese Selbstexplikation setzt einen Raum der gesellschaftlichen Freiheit voraus, in dem diese zugelassen wird. Für die Anthroposophie ist unvorstellbar, einem Menschen das Menschsein abzusprechen, nur weil er nicht einer Vorstellung oder einem Bild des Menschen entspricht, das sich jemand anderes von ihm macht. Das bedingungslose Plädoyer für Freiheit und Selbstbestimmung, das sich aus der Einsicht ergibt, dass jeder Mensch einen göttlichen Wesens- und Würdekern in sich trägt, lässt prinzipiell keine Verdächtigungen zu. Was der andere ist oder was er will, kann nur er selbst sagen.

Anders die Inquisitoren, die Verdächtiger und Jäger nach ideologischen Abweichlern. Sie unterstellen dem anderen Ansichten, die er nicht hat, sie wollen nicht auf die sich selbst explizierende Individualität hören, sie sind nur daran interessiert, andere als Projektionsfläche für die Rituale ihrer Selbstvergewisserung zu missbrauchen. Vorstellung ersetzt Wahrnehmung, Behauptung das Verstehen, Verurteilung die Würdigung des Fremden, des Einzigartigen. Die rassistoiden Antirassisten, die faschistoiden Antifaschisten, die sektiererischen Sektenjäger, sie alle missbrauchen andere Menschen lediglich als Objekte ihrer ideologischen Selbstrechtfertigung. Sie wollen das »gute« Menschsein monopolisieren, indem sie sich zu dessen allein legitimen Verteidigern erklären, sie beanspruchen eine Definitionsmacht über die andere Individualität, die totalitär ist. Sie sind in ihrer Neigung zur Diffamierung, zur Ausgrenzung, zur Stigmatisierung und Verfemung Andersdenkender nicht weniger militant als das von ihnen imaginierte Double. Sie reden in einem fort, aber wer hört ihnen zu, ausser sie selbst?

Kann man mit ihnen reden? Kann man sie eines Besseren belehren? Kann man hoffen, sie auf das hinzuweisen, was zu sehen ist, was zu hören ist, wenn man nur sehen oder hören will? Ich fürchte nicht. Sie haben keinerlei Interesse am wirklichen Sehen und Hören. Für jeden aber, der sehen und hören, der verstehen will, denunziert sich der Denunziant selbst. Seine eifernde Anpreisung vorgeblicher Wahrheiten, seine repetitive Artikulation, seine monothematische Deklamation klären uns über ihn auf. Die Wahrheit ist jedem zugänglich, der sie wirklich finden will. Voraussetzung ist, dass wir unser Auge den Menschen zuwenden, dass wir einen emotionslosen Blick, ein unverstelltes Hören üben. Das Wunder der Begegnung ereignet sich nicht im Getöse ideologischer Beschuldigungen, Verdächtigungen und Unterstellungen, sondern in der Stille.

Lorenzo Ravagli

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Donnerstag, 13. November 2008
Sido, Bushido & Co.

Label: KanakStarrs Records

Man mag es kaum glauben, aber zur Zeit höre ich mir Lieder von Sido, Bushido und anderen Deutsch-Rappern an ! Und das nicht nur um informiert zu sein, um mitreden zu können, wenn es um diese augenscheinlich ''gesellschaftsschädlichen'' Liedtexte geht !

Viele dieser Texte, insbesondere der harte Straßenrap, werden im Allgemeinen als jugendgefährdend, geistlos und gewaltverherrlichend betrachtet.
Diese Einschätzung (denn eine vorurteilsfreie objektive Auseinandersetzung mit den Texten fehlt meistens) ist grundlegend falsch !

Beim Diskurs über dieses Thema wird wirklich kein Klischee ausgelassen ! Dies erschwert nicht nur den Zugang, sondern lässt leider allzu oft ein falsches Bild von dieser Art der Musik entstehen.

Viele sagen vorschnell, bevor sie die Lieder genauer hörten, sie transportierten Hasstiraden, sie seien rassistisch und in ihnen sei nur von Drogen, Sex, Alkohol und Gewalt die Rede.
Man behauptet gern, diese Rapper wären schlechterzogene, ungebildete Junkies, menschlicher Ausschuss, Großstadtmüll, ein Produkt einer verrohten, verlotterten Gesellschaft, welches bewusst ihre Zielgruppe eben zu Gewalt, Drogen und Alkohol auffordert !

Wenn ich nun behaupte, dass die Botschaften von Sido, Bushido und Co. gänzlich andere sind, so wird man mir möglicherweise entgegenbringen, ich interpretierte schließlich völlig andere Aussagen, aus den Texten als die Jugendlichen, die gemeinhin diese Lieder hören.
Ja, man wird sagen, der Intellekt eines geneigten, erwachsenen Zuhörers, der sich offen, gefestigt und gelassen die Liedtexte zu Gemüte führt, wird zwangsläufig einen tieferen Sinn hinter den scheinbar schroffen, primitiven Aussagen suchen und auch logischerweise Dementsprechendes raushören !

Doch ist es das allein ? Ich denke nicht ! Und dafür hab ich etliche Anhaltspunkte, die jedoch den Rahmen eines Blogs sprengen. Trotzdem hier ein kurzer Abriss :

Es sind nicht nur die Moral- und Wertvorstellungen, die in den Texten ganz klar zum Ausdruck gebracht werden ( wenn auch oft zwischen konträr dazu stehenden Gewaltfloskeln u.ä.) und die permanente Ablehnung wirklich sinnloser, roher Gewalt, die mich zu dem Schluß kommen lassen, dass es sich hier um Lieder handelt, die vielmehr vom Leben, von den Hoffnungen, von den Träumen und auch von dem Frust, von dem Ärger, von der Enttäuschung über die vorherrschenden Bedingungen vieler Jugendlicher in den Großstädten berichten.

Nein, auch sehe ich die Grundmotivation vieler Rapper darin, eine, wenn man so will, ''befreiende Gegenwehr'' gegenüber den Zwängen der Gesellschaft und einengenden Regeln des gehorsamen Spießbürgertums zu mobilisieren , die ihre Jugend an geistige Ketten legt und sie zwangsläufig in die leidenschaftslose Unmündigkeit, die Entmenschlichung, in die materialistische Verapparatisierung und schließlich in die fantasielose Perspektivlosigkeit führt !

Diese Musik ist also nicht nur ein mutiger Ausbruch aus den gängigen Programmen und aus dem öden, hoffnungslosen Alltag vieler Jugendlicher sondern in einer Zeit wachsender Unmündigkeit, Unzufriedenheit, Moral-, Werte- und Sittenverfalls und zunehmend leidenschaftslosem Mitläufertums ein zwangsläufiger Befreiungsschlag, der den Frust aufzeigen und der jetzt für neuen Mut, für neue Visionen und für neue Ziele sorgen soll !
Auch wehrt man sich meiner Meinung nach gegen die weitverbreitete Epigonenkultur, die sowohl konsumistisch und ideologisch vergleichmäßigt als auch Besseres und Neues verhindert.
Weiterhin höre ich ganz klar Ansätze zukunftsträchtiger postmoderner Vorstellungen und Visionen von einer besseren und friedlicheren Welt aus den Texten raus, indem man indirekte aber auch direkte Kritik am Vorhandenen, an falschen Idolen und an opportunistischen Vorlebern übt !

Viele Rapper stellen sich zwar gern als rabiate Bösewichte dar, keineswegs aber etwa als Mörder oder Verbrecher, sondern meist nur als ''Junge von der Straße'', der doch nur in dieser Welt groß wurde und der allein wegen den Umständen dazu wurde was er ist, ja, werden musste, um im Großstadtdschungel klarzukommen.

Interessanterweise und dies ist wesentlich für meine Beurteilung, trennt man sich dabei nicht von althergebrachten Wertvorstellungen. Denn oft ist in den Liedern von den Eltern die Rede, die man etwa nicht enttäuschen möchte oder von der ''Schande für die Eltern'', die man auf keinen Fall sein möchte.
Familiäre Werte und in der Folge soziales Verhalten, dass in der modernen Großstadt, auf der Straße kaum aufrechtzuerhalten und durchzusetzen ist, wird öfters angesprochen, als man denkt !
Man will also zurück, zur Vernunft, zum Miteinander, zur Familie, sucht Anerkennung und Zuneigung, findet aber vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Situation keinen Weg und benutzt daher Drogen, Alkohol, Sex und Gewalt als Ventil !

Also vielmehr sind diese Lieder ein Fingerzeig auf die Bedingungen des Menschseins, so wie sie sich für hunderttausende junger Leute, insbesondere in den Großstädten unserer kapitalistischen, kalten Gesellschaft mit ihren oft erbarmungslosen Regeln darstellen !

Nicht also eine pauschale Verurteilung als vielmehr eine Auseinandersetzung mit den Deutschrappern ist notwendig ! Allein dies erklärt ihre blanke Existenz, zeigt die Ursachen, Motive und Botschaften ihrer Liedtexte auf.


riesenZWERG

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Mittwoch, 12. November 2008
Das Epigonensyndrom......



..... ist allgegenwärtig und damit wurde nicht nur Albert Schweitzer's einstige These, dass die Philosophie zur Geschichte der Philosophie wurde zur Wirklichkeit!

Die Epigonen beschränken ihre Wirken nicht mehr nur auf die Philosophie !
Heute sind nahezu alle Lebensbereiche und wissenschaftlichen Disziplinen mit diesen Nachahmungen infiziert !

Ja, fast überall und immer öfters trifft man im Alltag auf unbedeutende Nachahmer ohne eigene Ideen, die jedoch versuchen das Zepter in die Hand zu nehmen bzw. ihren Einfluß zu mehren.

Das ''Nachmachen'' wurde zur Mode und braucht den Epigonalveranlagten daher auch gar nicht mehr peinlich zu sein !
Die einstige Grundlage für die Geringschätzung dieser bloßen kunstfertigen Reproduktion fremder Entwürfe bzw. Gedanken ging im Zuge der gesellschaftlichen Verblödung verloren.
Wer heute Epigonen angreift, gilt gar als Miesepeter und Spielverderber ! Die Kulturkritik sitzt heute in der Schublade der Korinthenkackerei bzw. Pedanterie !

So ist es auch möglich geworden, dass sich psychotische Nachahmer ungehemmt und exzessiv von morgens bis abends mit fremden Federn schmücken und sich feiern lassen können. Epigonen, denen man ohne diesen Kultur- und Bildungsverfall nie einen Raum für ihre Blendung bzw. Imitation geboten hätte.

Leute wie ich, möchten andererseits auch nicht, dass wie in Goethe's Faust geschehen, wir uns die Großtaten unserer Vorfahren selbst als Bürde anlasten. Gleichwohl sollten wir sie als Motivation nutzen, um selber wieder Eigenes, Besseres zu leisten.

Die Furcht der Spätgeborenen, dass nach den Großtaten der Alten ohnehin schon alles Wesentliche getan ist und wir selbst nichts neues Vortreffliches mehr hervorbringen können, hätte nicht als zulässiges Motiv für die heutige Epigonenkultur durchgehen dürfen. Man hätte sich vehementer dagegen stemmen müssen !

Nicht auszudenken, was Friedrich Nietzsche uns noch alles hinterlassen hätte, wäre er nicht aus Furcht vor dem Epigonentum im Bann dieser Vorstellung gefangen gewesen ! Seine Konstruktion eines ''neuen Menschen'',der mit einem neuen unvergleichbaren Schöpfungspotential daherkommt und das Gespenst der Epigonen verjagt, hätte er sich doch aus meiner Sicht sparen können. Besser wäre es gewesen, die Masse proklamatisch zum unbefangenen Selberdenken aufzufordern ! Diese Aufforderung findet man zwar immer bei den großen Denkern, jedoch steckt sie codiert in den jeweiligen Ausführungen. Ganz und gar nicht geeignet, um also ein evtl. Idiotentum an die Leine zu nehmen.
Wahrscheinlich hatte man seinerzeit auch noch gar nicht so weit gedacht, dass eine idiotische Masse derart an Einfluß gewinnen könne...

Schließlich komme ich trotzdem zu dem Ergebnis, dass die einstigen großen Denker nicht ausreichend Vorsorge getroffen haben. Gleichzeitig bin ich mir aber auch nicht sicher, wie sie dies hätten tun sollen.....

riesenZWERG

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Dienstag, 11. November 2008
Unbekannte : Postmoderne


Was nützt es denn der Allgemeinheit, wenn verschiedene Denker zwar schon längst anführten und belegten, dass die Denkansätze der ''Moderne'' als gescheitert betrachtet werden können, diese Erkenntnis aber nicht Einzug in unseren Alltag hält ? Ich meine, vorallem das Konsum- und Anspruchsdenken der Bevölkerung ist daran schuld !

Und meiner Meinung nach erklärt auch genau das, warum man seit den 1980er Jahren eine Diskussion über die zeitliche und inhaltliche Bestimmung dessen führt, was denn genau ''postmodern'' sei, ohne auf eine einigermaßen charakterisierende Definition zu gelangen ! Dies kann einfach kaum noch in solch einer schnelllebigen und materiellen Gesellschaft, in dem sich jeder selbst der Nächste ist, gedacht werden.
Und je länger diese Debatte nur im elitären Denkerraume stattfindet, umso unwahrscheinlicher wird es, dass sich die postmodernen Strukturen mit ihren zukunftsträchtigen Perspektiven und Vorschlägen durchsetzen.

Ganz richtig formuliert ist es, und das erstaunlicherweise sogar in wikipedia :-), dass die Vertreter der Postmoderne, zu denen ich mich übrigens zähle, in der Moderne, deren Regeln unseren Alltag beherrschen, ein illegitimes Vorherrschen eines einheitlichen Prinzips oder totalitärer Denkansätze, die auf politischer Ebene sogar Züge des Despotismus in sich tragen, sehen.

Höchst verwunderlicherweise aber, ist man in der Politik noch nicht zu den Theorien der Postmoderne gelangt und das obwohl so manch eine Partei, die da mit revolutionären Reformen droht und Weitsicht zu haben meint, diese Denkansätze hervorragend in ihre Argumentation einschließen könnte, wodurch endlich mal plausible Zukunftsmodelle entstünden.

Das liegt aber nicht nur daran, dass viele die Postmoderne als eine intellektuelle Strömung verstehen, die mißtrauisch ist gegenüber den klassischen Begriffen von Wahrheit, Vernunft, Identität und Objektivität, von universalem Fortschritt oder Emanzipation, von singulären Rahmenkonzepten, oder letzten Erklärungsprinzipien, was für viele ein viel zu großer gedanklicher Umbruch darstellt ! Nein, es liegt meiner Meinung nach vorallem daran, weil die Debatte reichlich Intellekt und geschichtliches Wissen fordert und zudem kaum öffentlich und eben erst seit einigen Jahren in Form komplexer Grundsatz- und, ja, Definitionsdebatten geführt wird.

Es bleibt daher wohl noch abzuwarten bis die oft so rhetorisch perfekten aber in Wahrheit meist hohlen Politkasper und ihre dilettantischen Berater, welche die Reden und Argumentationsketten, nein, besser Agitationsketten, vorbereiten, darauf stossen werden.

Auf die Vergewaltigung des Begriffes ''Postmoderne'' bin ich aber jetzt schon gespannt !


riesenZWERG

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Mittwoch, 2. Juli 2008
50 Jahre Emanzipation .....
oder ''Was vom Mann noch übrig ist'',

so schreibt der Spiegel in seiner Ausgabe von voriger Woche .

Ich als Gesellschaftskritiker hab mir das natürlich reingezogen und komme zu folgendem Ergebnis:

Wie in fast jeder Abhandlung über Emanzipation, ist der jüngste Spiegel-Bericht ebenfalls übermäßig berufsorientiert und blendet damit nicht nur all die übrigen zwischenmenschlichen Konflikte und soziokulturellen Defizite aus, die im Zuge der Emanzipation entstanden sind, nein, auch Millionen von Familien werden ausgeblendet, in denen der Mann allein das Brot verdient und zwar nicht als Bleistiftspitzer,Sesselfurzer, nicht im Büro oder als Chef, Architekt, Journalist, o.ä. wo Frau die Arbeit übernehmen könnte, sondern als körperlich schwer arbeitender Mensch, der seine Art der Arbeit nicht auf Frau übertragen kann !

Allein dieser Aspekt führt die beschränkte Spiegel-Debatte bereits im Ansatz ad absurdum, denn der Großteil der Bevölkerung wird kurzerhand ausgeblendet !

Nimmt man nun noch die Tatsache dazu, dass die meisten Frauen beim Thema Gleichberechtigung immer nur Rechte, aber selten Pflichten einfordern oder ansprechen, dann macht dies umso deutlicher, wie schlecht der Spiegelbericht wirklich ist, weil er genau das mit keiner Silbe anspricht. Und es wird klar, wie stereotyp er sich an die allerorts einseitig geführte Emanzipationsdebatte anschmiegt !

Wenn man das Thema schon dermaßen einseitig führt, so muss man sich fragen, was denn mit der Gleichberechtigung in all den Familien passiert, in denen Papa Bauarbeiter, Bergmann, Möbelschlepper, Lagerarbeiter, Bohrinselarbeiter o.ä. ist ?

Wie gestaltet sich die Gleichberechtigung dort, wo allein die harte körperliche Arbeit, der ''körperliche Einsatz'' des Mannes die Familie ernährt ?
Wie steht’s da mit der Emanzipation ?

Folge man jedenfalls der Logik der Spiegel-Redakteure, so gibt es diese Familien offenbar nicht oder man meint wohl, in dieser familiären Konstellation gäbe es keinen Raum für Emanzipation, da man ja ausschließlich berufsorientiert denkt !

Oder ist das Beispiel mit dem körperlich schwer arbeitenden Mann als Haupt- bzw, Alleinverdiener etwa ein Auslaufmodell, wodurch es nicht mehr lohnt, sich über diese Gesellschaftsschicht noch den Kopf zu zerbrechen oder warum wird das ausgeblendet ?
Wie ist es möglich, dass man öffentlich eine gesamte Bevölkerungsschicht über all die Jahre, bei der Emanzipationsdebatte ausschliessen konnte, ohne dass hier ein Einspruch kam ?

Und warum fordern die Emanzen, wie ein Leser ebenfalls ganz richtig anmerkte, keine Frauenquoten bei Kanalarbeitern und warum fordern sie keine Wehrpflicht für Frauen ? Offenbar ist es bei aller Gleichberechtigung nach wie vor, Aufgabe der Männer die ‘’Drecksarbeit’‘ zu erledigen.

Und auch ich wette, selbst die größte Emanze war beim Untergang der Titanic nicht unglücklich über die Losung : ‘’Frauen und Kinder zuerst !’‘

Die Frauen jammern ja auch über einen angeblichen Chauvinismus auf dem Arbeitsmarkt, da die lukrativen Jobs überwiegend von Männern besetzt sind, erlernen aber gern Berufe bzw. studieren oft Fächer , für die es dann hinterher kaum Stellenangebote gibt !
Warum studieren Frauen denn selten Mathematik, Physik, Informatik, Chemie, Ingenieurwissenschaften etc. ?
Warum studieren die meisten Frauen Sozialpädagogik, Philospohie und Lehramt in Biologie und Musik ?
Nicht nur der Mangel an ''marktorientierter Qualifikation'' sondern auch evolutionäre Neigungen und Talente sind daran beteiligt.

Und es würde mich interessieren, ob man überhaupt merkt, dass man durch die dämliche Annahme, es gäbe keine Unterschiede zwischen Frau und Mann oder durch das militant-feminine Argument, die Gleichberechtigung könne und werde schon auf Dauer alle biologischen Unterschiede ''wegemanzipieren'', die gesamte Debatte auf eine ''Gesellschaftsschicht '' beschränkt ?
Auf die nämlich, bei der ''perfekte Laborbedingungen'' vorliegen, bei der nämlich biologische und evolutionäre Unterschiede, wie z. B. den angeführten kräftemäßigen Unterschied wie auch die unterschiedlichen Neigungen, Talente und Fähigkeiten der beiden Geschlechter optimalerweise keine Rolle spielen.

Blöd, wenn man nur vom Schreibtisch aus für Schreibtischhengste und -stuten eine Debatte über Emanzipation führt und der beschränkten Debatte Rechnung trägt, in dem man immer nur Argumente und Beispiele anführt, die keine natürlich differenzierenden Elemente wie naturwissenschaftliche Talente,evolutionäre Neigungen oder schlicht körperliche Eingabegrößen aufweisen !

Nur durch die ganzheitliche Betrachtung wird auch klar, wie weit und konsequent der Erzbischof Kardinal Josef Frings seinerzeit, zu Anfang der Fünfziger Jahre dachte, als er ganz richtig sagte, dass die richtig aufgefasste Gleichberechtigung Gleiches gleich und Ungleiches verschieden behandele und man daher die Differenz der Geschlechter zwangsläufig anerkennen und folglich berücksichtigen müsse !

Ebenfalls hat der Spiegel fälschlicherweise, ja schon peinlicherweise, die problematische demographische Entwicklung und die damit verbunden Folgerscheinungen der Emanzipation völlig außer Acht gelassen.

Außerdem ist die Frage doch viel schwerwiegender, was von der Frau nach 50 Jahren Emanzipation noch übrig ist !?!
Schauen wir sie uns doch mal an, die moderne Frau , so wie wir sie heute immer öfters antreffen :

Sie sind oft dem monetären Glauben verfallen, leben jahrelang ohne Partner, kriegen wenige oder gar keine Kinder, nehmen ihre gesellschaftliche Aufgabe (insbesondere die der kulturellen Sozialisation) kaum mehr wahr, ihre Weiblichkeit wird in der Gesellschaft zunehmend unkenntlich, sie widmen sich oft einem fatalen überzogenen Individualismus und sie werden vom Zeitgeist dafür sogar noch gefeiert !

Tja, was geschieht, wenn man die Emanzipation in irgendeiner Hinsicht einseitig, pauschal oder mittels konstruierter unzulässiger Exklusionen im Rahmen eines krankhaften Vergleichmäßigungszwanges umsetzt, sehen wir heute, wenn wir nach 50 Jahren Emanzipation öffentlich über die Verweichlichung von Männern, über die Vermännlichung der Frauen und über den flächendeckenden Kultur-, Moral-, Werte- und Sittenverfall klagen und uns fragen ‘ was denn noch vom Manne übrig ist !?!

Und wie ich immer sage : Der Gedanke der Emanzipation braucht nicht nur Flügel, sondern auch ein Fahrgestell zum landen, sonst gibt es eine Bruchlandung, nein, nicht nur für die Frauen
-für die gesamte Gesellschaft- !


riesenZWERG

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Dienstag, 5. Februar 2008
Globalisierung und Hyperkulturalität


Der Begriff Globalisierung wird leider meist in sehr beschränkter Weise verstanden. Globalisierung so meinen Viele, sei nur die wirtschaftliche Vernetzung der Welt, ein flächendeckender Welthandel also, der viele Nachteile mit sich bringen könnte.

Globalisierung ist aber viel mehr !

Unter Globalisierung versteht man vielmehr den Prozess der umfassenden, internationalen Verflechtung aller Interaktionsbereiche der Menschheit.
Es ist also ein globaler Vereinigungs- und Intensivierungsprozess von Beziehungen in Wirtschaft, Politik, Kultur, Umwelt und Kommunikation, der sich auf der Ebene von Individuen, Gesellschaften, Institutionen und Staaten vollzieht.

Dieser Prozess ist nicht umkehrbar !

Aber das macht nichts, denn die Menschheit beging einst ihren größten Fehler, indem sie sich vor tausenden von Jahren in zahlreiche Kulturen und Länder spaltete,unterschiedliche Gottheiten und Religionen schuf, verschiedene Sprachen und Sitten einführte und schließlich Menschen in Klassen einsortierte. Es gab Könige, Kaiser, Führer, Adel , Parteien, Gewerkschaften, Arbeitgeber, Arbeitnehmer u.s.w.

Diese kategorisierende Völkerfehlentwicklung wurde bis zum Geht-Nicht-Mehr vorangetrieben. Soweit bis es für jede Sorte Mensch einen jeweils eigenen Interessenverband gab, dem er sich anschließen konnte wie z. B. der Verband der Nichtraucher, der Dachverband der Muslime, der Verband der Filmverleiher und der Deutschen Köche, die Vereinigung der Rundfunkgebührenzahler und der Dackelzüchter etc.,was die Menschen in unendlich viele Kategorien einteilte und in den Köpfen tiefe, scheinbar unüberwindbare Gräben schuf.

So schossen irgendwann die Dackelzüchter auf die Katzenzüchter und irgendwann wußte niemand mehr, wo überhaupt der Anfang des Konflikts herrührte !

Die Globalisierung kann nun als Chance begriffen werden, die Menschheit endlich zu einer Einheit zu vereinen.
Man spricht von Hyperkulturalität, der Implosion der Kulturen und Interessen !

Und alle Betonköpfe und Ewiggestrigen, die gegen die Globalisierung sind, sollten endlich begreifen, dass die Zeit der Kategorisierung, insbesondere die Zeit der Klassenkämpfe, endlich vorbei sein muss.

Teamwork - weltweit, so heißt die Zukunftsformel !

Aber der Weg ist noch weit und die geistigen Mauern sind hoch, was jeder von Uns tagtäglich schon an den Konflikten in seinem näheren Umfeld erkennt !

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Rechenschaft eines Zynikers
Der Zynismus -werte Freunde- das möchte ich in Anlehnung an meinen Beitrag ''Der unerkannte zynische Dienst'' verdeutlichen, ist nicht mit dem Klischee zu verwechseln, das von ihm in der Öffentlichkeit umläuft.

Um dies dem geneigten Leser nochmals näherzubringen, bediene ich mich im Folgenden einiger Erklärungen, die mir bei dem Vergleich Michel Houellebecq's '' Elementarteilchen '' mit der antiken Satire als treffendste bzw. aufschlußreichste Beschreibungen auffielen :

Nicht so sehr der blanke Hochmut und die Lust an der Entwertung aller Werte sind es, die den Zyniker ausmachen und umtreiben, als vielmehr «der physische Horror vor der Lächerlichkeit des Menschseins».

Zyniker sind Moralisten mit einem Hang zur Farce, Komödianten mit melancholischen Neigungen. Nicht eine Erleuchtung ist es oder eine Idee, die sie motiviert, sondern der blanke Ekel.

Zugegeben, der schwarze Humor, den manche Zyniker an den Tag legen, ist eine Ausgeburt des Ekels; aber die bösartigen Ausfälle, die sie sich erlauben, sind nur eine Schutzmassnahme oder ein Ventil, um an dem Unmut nicht zu ersticken, den das Studium der Conditio humana (Bedingung des Menschseins) bereitet.
Genau darin -so muß ich gestehen- liegt auch meine Hauptmotivation.

Näher betrachtet sind Zyniker also Spezialisten in Sachen Trivialität, Experten auf dem Gebiet des Profanen. Sie verstehen sich darauf, mit dem, was in einer Kultur als abgeschmackt, seicht und belanglos gilt, intelligent umzugehen, das heißt auf nichttriviale Art und Weise. Sie bieten das Triviale wider das Schöne, Wahre und Gute auf, konfundieren das Höchste mit dem Gemeinsten, zeigen ein ums andere Mal, dass es stets nur ein kleiner Schritt vom Erhabenen zum Lächerlichen ist.

Und wenn der Zynismus, wie Antisthenes sagte, «der kürzeste Weg zur Tugend» ist, dann ist das Triviale die Sphäre, über die er verläuft. Zyniker tragen keine Scheu, etwas Gemeines und vermeintlich Belangloses ins Feld zu führen, um die Autorität des Wissens oder der Macht zu erschüttern. «Seien Sie richtig gemein», so Houellebecq, «dann sind sie wahr.»

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Montag, 28. Januar 2008
Das Wohlstands-Update


Aufgrund der jahrzehntelangen Konsumexzesse in den westlichen Industriestaaten hat sich in den Köpfen das Verständnis in Bezug auf Wohlstand und Bildung, der materiellen Denkweise voll und ganz angepasst. Fatalerweise schwand genau damit Bildung und Wohlstand.

So begannen sie damit, zunächst Wohlstand und Bildung einzukaufen. Doch als die meisten bemerkten, dass dies mit Fleiß, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen vebunden ist, meinten sie, es wäre doch bequemer, diese beiden Artikel vom Wohlfahrtsstaat gratis ins Haus - wie ne kostenlose Pizza an einem Jubiläumstag - geliefert zu bekommen.

Es klingelt und ein Bote, beauftragt von Vater Staat persönlich, wirft das Bildungs- und Wohlstandspaket in hohem Bogen durch den Flur direkt ins Wohnzimmer. Papa fängt es in der Luft. Wir stürmen alle ins Wohnzimmer und wir reissen gierig das Paket auf. Drinnen ist eine kleine Blackbox mit einem roten Auslöserknopf.
Papa drückt den Knopf. Es knallt und zischt und das Zimmer ist ganz kurz mit einem grellen Licht durchflutet, dass uns fast erblinden lässt. Boah eh, was war das ?
Als alles vorbei ist und der Rauch sich gelegt hat, sind wir alle gebildet und Papas Girokonto ist randvoll.
Wir sind wohlhabend, wie geil ist das denn ?

Zurück in die Realität :
Da dies logischerweise nicht funktioniert, da der Input nur auf bereitwilliger Basis und nicht auf Diktat oder wie beschrieben gar per Knopfdruck in die Köpfe kommt, spricht das kollektive Empfinden von Chancenungleichheit bei der Bildung.

Ja, und als sie schließlich die Erfahrung machten, dass ihre Sprößlinge aufgrund der multimedialen Reizüberflutung ihre kognitiven Fähigkeiten einbüssten und das Lernziel in Schule und Ausbildungsbetrieb wegen ihrer vollkommenen Verblödung nicht mehr erreicht wurde, verschärften sie ihre Kritik gegenüber Politik und Wirtschaft und sie forderten, doch endlich wieder was für die Bildung zu tun.

So senkte man das Lernniveau ab. Singen, Klatschen und Wahlfach Zaubern wurden zum Renner. Aber auch die permanente Absenkung des Lernniveaus nutzte irgendwie nix, denn sie waren verblödeter als man zunächst annahm. Zudem fiel im Rahmen der allgemeinen Stoffsimplifikation gemäß dem Trägheitsgesetz ihre geistige Reaktions- und Aufnahmefähigkeit mit geometrischer Geschwindigkeit ab.

Schließlich mutierten die meisten zu geistigen Zombies, von denen keine Eigeninitiative mehr zu erwarten war.
Mentale Pflegefälle ohne '' Weisheitszähne '', die mithilfe vorgekautem Meinungsbrei versorgt und gefüttert werden müssen.

Ja und so ist es dazu gekommen, dass allgemein geglaubt wird , Wohlstand müsse vom Staat aufgetischt werden. Dass Wohlstand erarbeitet sein will, kommt der trägen Volksmasse kaum mehr in den Sinn.

Nicht der kleine Mann, muss vom Staat geschützt werden, sondern der große Wirtschaftsplayer Deutschland darf nicht durch Eigentore den Abstieg riskieren.
Eine Erkenntnis, die wohl auch bei den meisten Spiegellesern leider nicht angekommen ist. Denn die Leserbriefe sprechen fast durchgängig eine andere nicht nur demokratiefeindliche sondern auch kulturvernichtende Sprache, die jedem heranwachsenden Menschen beim Durchlesen den Ansporn, sich im Leben anzustrengen, endgültig raubt. Zudem lesen sich manche Reaktionen wie Aufforderungen, den Bundestag in die Luft zu sprengen und den Unions-Pokemon Merkel, wie einst im Mittelalter mit Hexen geschehen, öffentlich auf dem Marktplatz zu verbrennen.

Nicht selten sind es gar Leserkommentare von Leuten mit Titeln wie Dr. oder Prof.Dr. die aus meiner Sicht jedoch vollkommen daneben sind, da sie das Wesentliche, das Leistungsprinzip völlig außer Acht lassen.

Aber wie kommen wir aus diesem Schlamassel wieder raus ? Eine Frage die sich auch von den vermeintlich klugen '' Doctors '' keiner stellte, was mich nicht mehr wundert, denn ich weiß, dass Verblödung vor keinem akademischen Grad Halt macht.


Wie auch immer - zurück zur Konstruktivität .

Eine Idee hab ich : Man müsste den Verblödeten und Verlotterten ( eines meiner Lieblingswörter) einen USB-Anschluß einpflanzen und die notwendige Indikation zum Erreichen von Fleiß, Ehrgeiz, Engagement, Loyalität, Sozialkompetenz sowie Wille und Mut zur Tat mittels einem neuronenadaptiven Datentransfers direkt ins Hirn laden.
Ein Leistungs-Update quasi zum Erreichen von Bildung und Wohlstand.

Sogleich nach dem Update sprängen sie auf, mit einem neuen hoffnungsvollen Glanz in den Augen. Und sie schnappten sich Bücher anstatt die Fernbedienung vom Fernseher. Ihre Lethargie und ihr großmäuliges Gejammer wäre Vergangenheit.
Voller Tatendrang, lern- und wissbegierig ,optimistisch und konstruktiv und mit einem freundlichen Lächeln stürzten sie sich ins gesellschaftliche Getümmel und wir könnten ihren ganz persönlichen Erfolg, der ein Erfolg der Republik wäre, mitverfolgen, denn dieser wäre auf diese Art und Weise vorprogrammiert.


© riesenzwerg

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Oberflächliche Tiefgründigkeiten
Ihr könnt Esoterik betreiben, bis ihr umkippt.
Ihr könnt philosophieren bis der Arzt kommt.
Ihr könnt kluge Texte lesen, bis Ihr Euch übergibt !

Ja, Ihr könnt auch über Eure Empfindungen und Meinungen, über Euren Glauben, Eure Intuitionen und über anderen spirituellen Kram schreiben und Ihr könnt stundenlang über die Extensionen und die isolierten, sterilen Bedeutungen verschiedener Begrifflichkeiten diskutieren.

Aber : Eure Wissensdefizite könnt Ihr damit nur sehr schwer oder garnicht kompensieren !
Denn, was Ihr in der Vergangenheit zu Lernen versäumt habt, will auch heute gelernt sein. Und die Esoterik und der Glauben, die so wenig Bedingungen an den Geist stellen und Euch daher so schnell zum Philosophieren verleiten, täuschen nur über Euren Mangel an Bildung hinweg !

Und den eher rational und logisch denkenden Menschen - die sich Eurer Meinung nach nur totes, kaltes Wissen aneignen- braucht ihr nicht Gefühlskälte, mangelnde Sensorik oder Unmenschlichkeit vorzuwerfen, denn das ist unglaubwürdig !

Oder glaubt Ihr tatsächlich, jeder Wissbegierige und jeder rationale Denker hätte seine Menschlichkeit und seine Empfindungen gegen staubigen Lernstoff und gegen spröde, nutzlose Sachkenntis eingetauscht ?

Nein, ganz im Gegenteil ! Lernen, hat viel mit Leidenschaft, Ehrgeiz und anderen Empfindungen zu tun ! Und die daraus erwachsenden Fähigkeiten machen überhaupt erst die sinngemäße und pragmatische Verarbeitung Eurer oft so isoliert betrachteten, esoterischen Denkvorgänge möglich. Denn was nutzt es, wenn ich mir über meine Empfindung im Klaren bin, ich aber andererseits technisch nicht in der Lage bin, eventuelle Vorteile daraus zu erzielen ?
Ein Aspekt, der heutzutage gerne missachtet wird. Stellt er doch eine mehr als unliebsame Bedingung an die '' neuen Philosophen '' , denen es oft an ganzheitlichem Denken und an Transferwissen mangelt.
Zudem folge hiermit ja auch in der logischen Konsequenz der Zwang, gewonnene philosophische Erkenntnisse in die eigene Realität einmünden zu lassen, was wiederum den ungemütlichen Dingzwang auslöst, Fehler im eigenen Leben abzustellen.
Prima, so wird ein Defizit zum Abrunder einer vereinfachten Denkweise. Denn was ich nicht bedenke, will auch nicht zu Ende gedacht werden und fordert schon gar nicht irgendwelche Taten von mir !

Beschäftigt Ihr Euch zwar gerne mit Werken von Nietsche, Freud, Goethe, Kant und anderen Denkern, so vergisst ihr jedoch gerne, das bei diesen Leuten dahintersteckende Wissen und die universalen Zusammenhänge ihrer Worte, die auch mit formaler Logik abgeglichen sind.

Aber was interessiert Euch das ? Ihr lässt das Zeug sowieso nur so weit an Euch ran, dass es gerade noch keine (!) Bewußtseinsänderung notwendig macht.

Und man möge sich die Frage stellen : Warum verachtet die Mehrheit von Euch die Kraft des eigenen Geistes ? Sind es Versagungsängste ? Angst, an die Grenzen der eigenen geistigen Fähigkeiten zu stoßen oder eher die Tatsache, dass Lerneffekte langwierige und mühselige Prozesse sind, die Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen erfordern ?

© riesenzwerg

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