Freitag, 18. November 2011
Von der massenhaft gleichartigen Andersartigkeit
Heutzutage will ja niemand mehr gewöhnlich sein.
Stinknormal zu sein, so denken viele, bedeutet langweilig und dumm zu sein.
Die meisten wollen aus diesem Grund als außergewöhnlich, verrückt, überdreht und unkonventionell gelten.
Das ist vor allem im Internet recht anschaulich in den Profilen der Leute nachzulesen.
Daher werden gerne Texte verwendet, die auf eine Andersartigkeit und Außergewöhnlichkeit der Person hinweisen sollen.

Es sind Sätze wie:

“Gott erschuf die Welt in 6 Tagen.
Für MICH hat er 9 Monate
gebraucht.
Kein Wunder, dass ICH was ganz
besonderes bin!“

Oder:

''Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und NIE wie die anderen ....''


Mittlerweile eine kollektive Autosuggestion, gaukelt es vielen vor, tatsächlich anders als die Anderen zu sein. Schlußendlich ist es nicht nur eine vage Einbildung, nein, sie sind irgendwann davon felsenfest überzeugt.
Fakten, die diese vorgegebene Außergewöhnlichkeit tatsächlich belegen, können sie natürlich nur im allerseltensten Falle vorbringen.
Beim Stöbern der Profile, auf denen sich schon hundertfach in anderen Profilen gelesene, geklaute und abgedroschene Phrasen finden, die uns seltsamerweise von der Subkulturalität des Betreffenden überzeugen sollen, schliesst peinlicherweise doch alles genau auf das Gegenteil.

Wenn man für jeden geklauten Spruch, den manche in ihrem Profil als originelle Rarität anpreisen, auch nur 1 Cent bekäme, dann wäre das Land voller Milliardäre ! :-)

Bei genauerem Hinsehen deutet also bei den Meisten nichts auf irgendeine Großartigkeit in den Persönlichkeitsanlagen hin. Und selbst auf persönliche Anfrage hin, können Betreffende keine glaubwürdige Erklärung diesbezüglich liefern.

Freute man sich doch, mal jemand besonders Außergewöhnlichen kennenzulernen, so wird man in Recherche der Sache i.d. R. schnell enttäuscht und meist entweder mit Verachtung, einer aggressiven oder aber zumindest ablehnenden Haltung konfrontiert.

Fazit: Die mittels geklauter Texte herbeikonstruierte Pseudo-Subkultur des Einzelnen ist zu einer kollektiven peinlichen Attitüde geworden.

Und wie ich schon öfters anführte, ist es mittlerweile aufgrund der Vielzahl der Betreffenden letztendlich dazu gekommen, dass heutzutage die graue Masse paradoxerweise ausgerechnet aus denen besteht, die anders sein wollen, als die graue Masse.

Die ''wirklich Anderen'' sucht man derweil vergeblich.......

riesenZWERG
(Michael Flick)

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Montag, 28. Dezember 2009
Sophismus - früher und heute



Während Sokrates und seine Schüler das Erkenntnisstreben als Selbstzweck betrachteten und unter dem Aspekt
‘‘Philosophie sei die Liebe zur Weisheit‘‘
zelebrierten, boten die sogenannten Sophisten ihren Unterricht gegen Entgelt an.
Für manche Sophisten ging es dabei vor allem um die Kunst, in einer Debatte mit rhetorischen Mitteln und logischen Kunstgriffen einen Gegner zu besiegen.
Ihr Ziel war es, notfalls auch mit Tricks „die schwächere Seite von der Meinung der Stärkeren zu überzeugen ''.

Dabei stellt sich nun die Frage inwieweit "Sophismen" ethisch überhaupt vertretbar sind, gerade heute ?

Im Allgemeinen sind Sophismen verschmäht, nicht ganz zu Unrecht. Sie gelten gemeinhein als Manipulation vom Feinsten, ohne Rücksicht und mit dem Ziel, die Gegenseite mit Gewalt und Tricks von der eigenen Meinung zu überzeugen.

Sokrates und Platon kritisierten die Lehren und das Vorgehen der Sophisten scharf; ihre Kritik wurde von zahlreichen Wissenschaftlern und auch Politikern übernommen und fortgeführt.
Schon Aristoteles nannte die Sophisten „Lehrer der Scheinweisheit“.
Denken wir nur mal an Georg Bush und seinem Sophismus über die Notwendigkeit mit dem Irak Krieg zu führen !
Und im dritten Reich war es Göbbels, der diese sophistische Rhetorik exzellent beherrschte und die jetzigen Machthaber sind schon wieder ein Stück weiter. Dank multimedialer Werbepsychologen und Verfall der Sitten und wegen einer in geistigen Trägheit begründeten Leichtgläubigkeit ist fast alles erlaubt und alles machbar.

Sich diese Tatsache ins Bewusstsein zu führen ist bestimmt für viele ein Schock, der gern verdrängt wird, da es einfach zu stressig und auch zu unbequem ist im täglichen Allerlei.
Genau mit diesem Verdrängungsmechanismen arbeiten Sophisten erfolgreich.

Theodor Gomperz gab folgendes Urteil ab:
Platons Sophisten-Verhöhnung steht auf der gleichen Linie mit Schopenhauers Schmähung der 'Philosophenprofessoren' oder mit Auguste Comtes Ausfällen gegen die 'Akademiker'

Und ich frage mich: Wird da etwas falsch verstanden ?

Alles für mich nicht ganz schlüssig, denn man findet in den 38 Kunstgriffen der Eristischen Dialektik nach Schopenhauer“ selbst eine „erschreckende“ Anzahl von Kunstgriffen, die man in der Diskussion als sophistische Totschlag-Argumente verwenden und daher als solche bezeichnen kann !

Thomas von Aquin bezeichnet die Sophisten als
''qui apparent scientes et non sunt'' (die als
Wissende erscheinen und es nicht sind.)

Ich erkenne Doppelmoral, nicht nur in dieser Aussage, die den Sophisten doch pauschal und daher auf eine sehr unglaubwürdige Art und Weise Wissen abspricht !

Bei Immanuel Kant findet sich eine ähnliche reduktionistische Bewertung, der ich nicht zustimmen mag. Er schreibt:
Es gibt eine natürliche und unvermeidliche Dialektik der reinen Vernunft, nicht eine, in die sich etwa ein
Stümper durch Mangel an Kenntnissen selbst verwickelt, oder die irgend ein Sophist, um vernünftige Leute zu verwirren, künstlich ersonnen hat.

Die weit verbreitete negative Einschätzung der Sophisten, die sich auch auf ihre im alten Griechenland unübliche Tätigkeit gegen Bezahlung bezieht, ist ebenfalls nicht immer gerechtfertigt.
Dabei dürfte gerade Platons Kritik für die weitere Rezeptionsgeschichte des Sophismus prägend gewesen sein.
Wichtig ist allerdings festzuhalten, dass Platon selbst äußerst (!) konservative politische Ansichten hegte und
deshalb die Sophisten nicht zuletzt wegen ihrer häufig demokratischen Überzeugungen bekämpften;

Insofern ist es aus heutiger Sicht wichtig, die Tradition des Sophismus differenzierter zu beurteilen und nicht immer Stur an universelle Weisheiten der antiken und klassischen Denker zu glauben.

So universell und bis zum Ende gedacht sind sie nämlich nicht !

Für mich persönlich ist Sophismus jedenfalls immer dann ethisch
vertretbar und sogar notwendig, wenn hinter der sophistischen Argumentation eine edle Absicht steht, die der Allgemeinheit nachhaltig Nutzen bringt oder bringen könnte.

riesenZWERG

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Kynische Ketzerei



''Selig sind die, die vergessen und nicht wissen''

Jedenfalls ist das meine Überzeugung, auch wenn der Bischof kürzlich bei der Firmung den Mob im Gebetsschuppen vom Gegenteil überzeugen wollte.

Er erzählte und erklärte, warum er es als erschreckend ansieht, dass Jahre nach der Kreuzigung Jesus‘ der alte, sich zur Ruhe gesetzte und mittlerweile an Gicht erkrankte Pontius Pilatus auf Anfrage sich an den Namen ''Jesus'' überhaupt nicht mehr erinnern konnte.

Hatte er seinerzeit als Big-Boss der damaligen Kreisverwaltung von Judäa doch tausende Konterrevolutionäre und allerlei Gesindel, wie Arbeitsverweigerer, Kriminelle, Systemkritiker und Verschwörungstheoretiker an die Balken nageln lassen.

Ich meine, warum soll er sich da ausgerechnet an einen abgerissenen Typen erinnern ?
Dazu kommt: War es seinerzeit doch ''voll Hip'' sich als Messias auszugeben. Das bestätigen selbst die Theologen, auch wenn sie höchst ungerne auf diese historische und mehrfach überlieferte Tatsache angesprochen werden.

Jedenfalls, die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei diesem Freak tatsächlich um den einen von Gott gesandten Erlöser handelte, ist statistisch relativ gering. Und da helfen auch keine angeblichen medizinischen Wunder, die der Knilch vollbracht haben soll.
Jaja okay, nett war er wohl ; wollte Der nicht mal ne Praxisgebühr und die Krankenkarte musste man damals bei ihm auch nicht vorlegen.

Ja klar wir alle hörten davon: Da soll es Blinde gegeben haben, die schon nach einer Sitzung bei ''Doc Jesus'' ganz ohne homöopathische Mittel oder sonstiges Zeug plötzlich wieder sehen konnten !
Aber mal ehrlich: Es ist doch bekannt, dass damals ein weitgehend ungebildetes, naives Volk bestimmte Metaphern sofort wörtlich verstand und die Leute die Sätze solange verdrehten, bis diese in ihr dogmatisches Weltbild passten.
Wir alle wissen doch in diesem Zusammenhang um die Bedeutung des Spruches:
''Er hat mir die Augen geöffnet'' im Sinne von ‘‘Er hat mich aufgeklärt''.

Wir müssen uns vorstellen, derlei Sprüche seinerzeit so ganz ohne ohne Printmedien, allein durch Mundpropaganda überliefert, wandeln sich erfahrungsgemäß sehr schnell zu einer Aussage, die sich dann irgendwann so anhört, als pflanzte der Typ in Windeseile gratis und allein per Handlauflegen den Blinden neue Glubschaugen ein.

Zurück zu Pontius Pilatus, dem senilen alten Sack, der sich überraschenderweise überhaupt nicht mehr an den einen unscheinbaren, dreckigen und schlecht gekleideten Rebellen erinnerte:

Was wäre wenn alle Leute Jesus vergessen hätten, gesetzt den Fall, die Christen hätten sich nicht durchgesetzt ?
Es war doch klar, dass die irgendwann den Job bei den Römern als Lebenfutter für die Löwen ''satt'' sind.

Ja was wäre, hätten die Christen dem Jesus nicht zu solch einer Popularität verholfen ?

Der Bischof fragte weiter:
Was wäre, wenn seine Botschaft nicht bei der Menschheit angekommen wäre ?

Ich fragte mich sofort: Ja, ist Sie das denn ?
Und die Oma neben mir in der Bank sieht mein skeptisches Gesicht und ich rechne mit einer Ohrfeige.....

Jaja ich weiß, Omi und viele andere auch behaupten, die Botschaft wäre angekommen.
Angesichts der Tatsache, dass im Namen des Christentums Hundertausende ihr Leben lassen mussten, könnte man nun interpretieren, dass die Botschaft Jesu wohl offensichtlich genau andersrum lautet, als es seinerzeit Moses mit seinen Geboten propagierte: Schrieb der doch -und zwar seine Griffel dirigiert höchst persönlich vom lieben Gott:

''Du sollst niemanden abmurksen !''

Tja, aber genau umgekehrt lief das ab – bei einigen Religionsfanatikern gar heute noch, wie wir wissen !
Gängige Praxis und Order von ganz oben, also vom Papst selbst, lautete im Hochmittelalter:

''Lösche jeden Ungläubigen aus, aber zumindest foltere und verbanne ihn auf die Pfefferinseln !''

Nun gibt es andererseits viele Menschen, die behaupten, die Botschaft Jesu sei nicht angekommen, was nach ihrem Verständnis den desolaten Zustand unserer Welt erkläre.
Shit ! Wenn das so ist, dann können wir nur erahnen wieviele Menschenleben diese Religion in diesem Fall, also bei noch mehr Einfluss, eingefordert hätte.

Der Bischof jedenfalls ist der festen Überzeugung, dass die Welt zu Zeiten kirchlicher Hochblüte eine bessere war. Nun ja, zu seinem Glück war es mir an diesem Tag nicht vorbehalten zu sprechen !

Alles in allem : Mal wieder ungläubig, unbekehrt die Kirche verlassen, nichts gebeichtet, auf den Segen des Bischofs verzichtet und die tötenden Blicke alter frommer Damen überlebt, die meine ungläubige Mimik und Gestik unter tiefster Verachtung vernahmen und die sich wünschten, Gottes Zorn solle mich doch auf der Stelle treffen..........


riesenZWERG

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Der demokratisierte Absolutismus der Moderne
Der Mainstream denkt im Allgmeinen eher national und nicht global.
Er favorisiert stets eigene Interessen sowie eigene kulturelle und soziale Errungenschaften des jeweiligen Landes.
Er fordert von Fremden, insbesondere von Einwanderern, dass sie sich unmittelbar und bedingungslos den landesüblichen Gesetzen, Geboten und Gepflogenheiten anpassen.

Diese latent-absolutistische Denk-und Verfahrensweise ist weltweit etabliert.

Genau dieses Denken verhindert den globalen, hyperkulturellen Vereinigungsprozess, der endlich Friede und Wohlstand für Alle schaffen könnte !

Warum ?

Nun, die Menschheit hat insgesamt eine andere Aufgabe als stets nationale Interessen in den Vordergrund zu stellen.
Die Menschheit muss sich als Einheit verstehen und darf nicht andere zwingen, nationale Interessen und Gepflogenheiten bedingungslos zu akzeptieren.

Die Menschheit darf sich nicht in den selbstgeschaffenen Zwinger ihrer isoliert-patriotischen
Nationalvorstellungen mit all den spezifischen Neigungen sperren, sondern muss sich endlich als eine Gemeinschaft begreifen, in der jeder Einzelne, jedes Volk, jede Kultur den anderen identische Anerkennung entgegenbringt.

Die Menschheit darf sich nicht länger als eine unvereinbare,vielfältige und in sich differenzierte Einheit erkennen.
Sie muss sich vielmehr in all ihren Teilen auf eine aufeinander angewiesene Einheit begreifen.

Sie muss eine Welt anstreben, in der biologische oder Herkunftsunterschiede oder sonst irgendwelche äußeren Kennzeichen des Menschen keine Rolle spielen und kein Hindernis für den Zugang des Einzelnen zu was auch immer darstellen.

Es ist notwendig, dass sich die Menschen, gleich welche Hautfarbe, welche Weltsicht, welche Bildung sie haben, vorbehaltlos als Menschen anerkennen und auch als solche behandeln.

Das Unterordnen an landesübliche Gepflogenheiten, wie von vielen Gesellschaften und ihren hochrangigen Politikern und Diplomaten gefordert, ist in Hinsicht darauf eben genau der falsche Weg !

Wir können uns im 21. Jahrhundert nicht einfach hinstellen und sagen:

''Wenn es Dir nicht passt, was wir hier in unserem Land treiben dann verschwinde oder ich schlage Dir den Schädel ein!''

Das entspricht nicht dem notwendigen Evolutionsprozess der stattfinden muss und kumuliert permanent lokale Konflikte, die sich in der Konsequenz jedesmal zu größeren nationalen und internationalen Konflikten entwicklen und schließlich zu Krieg und Elend führen.

Dies haben die meisten führenden Politiker und Diplomaten bis heute nicht erkannt, weil sie eben immer nur gelernt haben, die bedingungslose Legitimität und alleinige Definitionsmacht für ihre Staatsideale bis aufs Messer zu verteidigen !

Und fast alle Menschen laufen exakt in dieser Denkspur!

Die Menscheit muss aber endlich ihre Erkenntnisfähigkeiten dazu anwenden, eine pluralistische, freiheitliche Gesellschaft autonomer Individuen zu schaffen.

Ich betrachte entgegen der Auffassung der meisten Anthropologen und Anthroposophen spirituelle Weltbilder nicht als notwendige Konsequenz der conditio humana, aus deren spirituellen Dimensionen sie sich angeblich naturgemäß und zwangsläufig ergeben.
Zwar erkenne ich diesen eine Existenzberechtigung zu, aber ich persönlich favorisiere unspirituelle Weltbilder, weil sie weniger zu Dogmatisierung und Stigmatisierung neigen.

Ich plädiere für Toleranz zwischen den Weltanschauungen, die die fremde Andersartigkeit ebenso achtet wie die eigene.

Ich verabscheue jede Ideologie, die danach trachtet, das Fremde oder Andersartige in irgendeiner Art unreflektiert d.h. ohne einen objektiven Abgleich zu eigenen etwaigen soziokulturellen Unzulänglichen und Verklärungen zu kritisieren, weil sie eben dadurch totalitärerweise in Hinsicht auf sich selbst bzw. auf die daraus resultierende Lebensweise alleinige Geltung auf Richtigkeit beansprucht.

Das widerspricht auf ganzer Linie der angestrebten individuellen Freiheit, die sich nicht nur alle Freidenker wünschen.

Nur durch die Abschaffung volksmäßiger Ideologien können sich endlich völkerübergreifend gemeinsame Ideale verwirklichen, welche die Menschheit kollektiv auf eine höhere Evolutionsstufe erheben wird und in der nicht mehr die ererbten tierischen Urinstinkte die Geschichte bestimmen werden, sondern die moralischen Vorgaben, die sich der Mensch im Laufe seiner Bewußtseinswerdung selbst anerzogen hat.

Dieser neue Entwicklungsschub kommt übrigens jenem der neolithischen Revolution sehr nahe und wird ihn sogar bei weitem übertreffen, sofern er irgendwann anläuft.

Die Menschheit würde dann nicht mehr ein Land und seine Sitten -und global betrachtet- nicht mehr die Erde für sich beanspruchen, sondern sich ihr hingeben.

Ein Volk aber, das immer nur von dem Ideal ihrer jeweiligen Nation und/oder
Stammeszusammengehörigkeit spricht, das spricht gar von Niedergangsimpulsen der Menschheit.

Denn durch nichts wird sich die Menschheit mehr in den Niedergang bringen, als wenn sich diese Nations-, Volks-bzw. Blutsideale fortpflanzen.

Analog gilt das übrigens für Volksparteien und Ihre Programme. Und man kann das immer weiter runterbrechen, bis auf die kleinste Einheit eines Staates, die Familie ( um Blutsideale anzusprechen).
Eigentlich muss man dort beginnen, will man auf die ursprüngliche Werte- und Wesensbildung einer Gesellschaft stossen.

Durch nichts wird der wirkliche Fortschritt der Menschheit mehr aufgehalten als dadurch, dass die aus früheren Jahrhunderten stammenden,fortkonservierten Deklamationen weiter herrschen werden, während das wirkliche Ideal eigentlich dasjenige werden müsste, was in der rein geistigen Welt und nicht aus jeweils nationalen Werten und Gepflogenheiten oder dem Blute heraus gefunden werden kann.


Inspiration: John Howards konservative Einwanderungspolitik im Abgleich mit den anthroposophischen Schriften des Rudolf Steiner



riesenZWERG

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Sonntag, 27. Dezember 2009
Würden Sie vielleicht mal ?


Würden Sie vielleicht mal etwas Kynisches
schreiben, etwas Gemeines, Abscheuliches und
gleichzeitig Wahres ?

Ich möchte doch auch mal in dieser Richtung
unterhalten werden, mir ist danach, wissen
Sie..........

Schreiben Sie doch mal was über die
Schweinegrippe und diesen dubiosen Impfstoff,
oder über die Finanzindustrie, über die
fiesen Banker oder über die Immobilienhaie,
oder über die neue Jamaica-Regierung im
Saarland oder etwas über die neue
Bundesregierung, oder über den
EU-Reformvertrag........

...oder über etwas wirklich existenziell
Wichtiges !

Okay okay, letzters wäre wirklich zuviel
verlangt, da hat der totalverapparatisierte
Mensch von heute, fern jeglicher
dekonstruktivistischer Wahrnehmung kaum noch
Gespür dafür........


Cum tacent clamant

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Samstag, 26. Dezember 2009
Zwangsverkopfung



In den letzten Tagen hatte ich echt viel Zeit zum Nachdenken.

Aber ich tat es nicht ! :-)


Das Tolle dabei ist, ich kann das erklären und zwar ohne darüber nachgedacht zu haben:

Ich dachte wohl deswegen nicht nach, weil ich mich zunächst einer gewaltigen, unüberschaubaren Denkfront gegenüber sah, die vorab die Frage aufwarf, ob ich erst mal darüber nachdenken sollte, worüber ich überhaupt nachdenken möchte.

Und so beim Nachdenken darüber konnte ich mich aufgrund der schier endlosen Auswahl an Nachdenkthemen einfach nicht entscheiden, über was ich denn nun letztendlich nachdenken sollte.

Und da plötzlich wandelte sich die Interrogation vom anfänglichen ''Worüber'' in die Ur-Kausale ''Warum'', was ich aber nicht zu beantworten vermochte.

Die Frage des Nachdenkens allein des Nachdenkens wegen, blieb also unbeantwortet!?

So kam es, dass ich nicht nachdachte !

Macht ja nix, man muss ja nicht immer und alles ''verkopfen''


riesenZWERG

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Don Qixotaler Kampf


''Ein Idealist ist für den Spießer schon deshalb größenwahnsinnig, weil er so allein gegen diese ganze Gesellschaft antritt….''

Elmar Kupke, (*1942), Aphoristiker




Meine Fresse, alle Welt befasst sich fast nur noch mit Nachlesbarem oder mit Gesendetem.

Überall wo ich hinkomme heißt es, '' Hast Du das gelesen, hast Du das in den Nachrichten gehört, hast Du das im Fernsehen gesehen ?''

Im Internet nicht anders. Auf nahezu allen Plattformen wird sich fast ausschließlich mit dem Tagesgeschehen, ja mit der Tagesschlagzeile der Medien beschäftigt.

Der von den Mainstreammedien gemeldete Nachrichtenquatsch, der Klatsch und Tratsch aus den Illustrierten und Tageszeitungen wird allerorts diskutiert, während die Menschen ihr eigenes direktes Umfeld völlig vergessen oder ausblenden und sich dadurch mit ihrer eigenen Realität kaum bis gar nicht mehr auseinandersetzen.

Immer mehr Leute sind ''bewußtseinsbetäubt'' und nehmen ihren geistigen Verfall überhaupt nicht wahr !

Der Hauptinitiator ist eine perfekte, multimediale Unterhaltungsmaschinerie, die die Masse nicht nur bei Laune hält, sondern für ein kollektives Meinungsbild sorgt, das die Windmühlen der Entertainmentbetriebe und der Konsumindustrie am Laufen halten soll.

Wer aufgrund Selberdenkens durch diesen Virus noch nicht infiziert wurde, kommt sich immer öfters, in vielen Situationen wie ein Marsmensch unter Gehirnamputierten vor.

Freidenker und ideologische Abweichler empfinden es immer öfters so, als führten sie einen allerfrontigen, Don Qixotalen Kampf gegen die denkverweigernden Meinungsfresser, wodurch es ihnen fast unmöglich geworden ist, ihre Meinung noch kundzutun ohne von dem schnöden Mob als verrückt oder durchgeknallt abgestempelt zu werden.


riesenZWERG

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Der Menschen Welt
Täglich gibt es irgendwo im Internet Diskussionen über Religion und Wissenschaft. Die Gegensätze Glauben und Wissen werden permanent diskutiert. Gläubige verteidigen Ihren Glauben, Rationalisten verteidigen die Wissenschaft.

Es wird stets die Daseinsberechtigung der Religion gepredigt, obwohl man dafür kaum stichhaltige Argumente findet. Angesichts der Chronik der Menschheit, wie sie sich unter dem Einfluß des Religiösen darstellt, sowieso nicht !
Man bemerkt auch die von dieser Seite ausgehende a-posteriori-Argumentation, die stets vom Gegebenen aus argumentiert und alles so darstellt, als hätte es nie eine andere Option für die spirituelle Entwicklung der Welt gegeben.
Nun, so wird gesagt, muss man es hinnehmen und es als immanente Eigenschaft der Gesellschaft akzeptieren.
Und auch ihre Philosophie basiert auf dieser Denke.

Objektive a-priori-Denk- und Vernunftsansätze unserer philosophischen Vordenker werden weitgehend ignoriert.
Das Göttliche wird dem willkürlich übergeordnet.

So las ich kürzlich:
''Und selbstverständlich kommt es hier
sehr wohl auf das irdische Leben an.
In irgendeiner Form sind ja zig Millionen Christen
in Deutschland an diesem Staat beteiligt.''


Ich sage dazu : Ja klar ist das so ! Auch fanatische Selbstmordattentäter beinflußen die Welt !

Aber das gerade ist doch eine spirituelle Fehlentwicklung, die es so nicht geben dürfte.

Und das Dilemma der Postmoderne ist doch:

Es gibt kaum moderne Philosophie, die dieses Problem explizit erörtet und den spirituellen Wahnsinn endlich ad absurdum führt ! !

Fast alle philosophischen Vorlagen sind Jahrhunderte oder gar Jahrtausende alt und stammen aus einer Zeit der ''mächtigen Religion'' und daher von mehr oder weniger gottesgläubigen Dichtern und Denkern, die z.T. gezwungen waren, die Unantastbarkeit Gottes in ihre Abhandlungen einzupflegen, wollten sie nicht als Ketzer auf dem Scheiterhaufen enden.

Nein, das Vordenken ist noch lange nicht beendet !
Hier wartet die Menschheit noch auf eine gänzlich unspirituelle, philosophische freidenkerische Philosophie ohne kirchliche Einflüsse,die der althergebrachten, dogmenverseuchten und daher pseudo-freidenkerischen ''a-posteriori-Philosophie'' endlich ein Ende bereitet.

Unbestritten gilt doch : Besser wäre es tatsächlich, wenn die Menschen endlich an sich selbst glaubten, anstatt an imaginäre Götzenbilder.

Die Angst vor der Sterblichkeit und Vergänglichkeit wie auch vor der conditia humana und nicht zuletzt vor der ''Geworfenheit des Seins'' darf nicht unser fortschrittliches Denken verhindern.

Wir sollten zum Wohle unserer Nachfahren endlich die Welt so sehen und behandeln wie sie ist.
Und wir dürfen auch nicht die Kaltblütigkeit, Grausamkeit und all die Ungerechtigkeiten unserer Welt ausblenden.
Sie sind existent und wir müssen uns ihnen stellen und sie aufrichtig und ernsthaft beseitigen wollen.

Nicht ''Gott sei Dank'' sondern dem gütigen, mutigen Menschen sei Dank !

Dies ist die Welt der Menschen und nicht die der Götter.

''The world to know, is not for god ''


riesenZWERG

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Mein Leben und die Politik
......haben in der alltäglichen Gesamtausprägung sehr wenige Schnittpunkte. Dafür bin ich froh.

So muss ich nicht tagein, tagaus von morgens bis abends wie manch Anderer vor dem PC sitzen und täglich mehrere und ausschließlich politische Blogbeiträge bringen.

Nein, es gibt da andere wichtigere Lebensinhalte in meinem Leben, die im Wesentlichen zwischen Familie, Freunden, Hobbies und dem Beruf ablaufen.
Und das ist kein Zufall, nein, es ist meine Wahl der persönlichen Alltagsgestaltung.

Gilt hierbei also wie bei allem im Leben das Sprichwort:

Jeder ist seines eigenen Alltagsglückes Schmied.

Und die Verinnerlichung dessen lässt uns begreifen, dass die Politik und insbesondere die Parteien und ihre opportunistischen, machtgeilen Rädelsführer, die sich da vor jeder Wahl als jeweils alleiniger Heilsbringer präsentieren, kaum einen Einfluß auf den Alltag eigenverantwortlicher Menschen haben.

Ja tatsächlich, die Abhängigkeit vom Politischen im Alltag fällt mit zunehmendem Bewußtsein über die Eigenverantwortung ab.

Und analog steigt die Abhängigkeit von der Politik, von dem Staat und seinen Institutionen und somit der Einfluß auf das tägliche Leben bei jenen, die die Eigenverantwortung wie auch das Leistungsprinzip ablehnen und hauptsächlich oder gar vollständig den Staat in der Verantwortung für ihren Lebenslauf und allen dazugehörigen Faktoren bzw. Umständen sehen.

Und paradoxerweise verstehen gerade diese Leute eine allessteuernde Staatsvorsorge als die wichtigste Eingabe für die zukünftige Freiheit der Menschen.

Die einzigste Freiheit, die ein eigenständig denkender Mensch hierbei aber ausmachen kann, ist allenfalls die Freiheit nichts mehr entscheiden und unternehmen zu müssen, weil der Staat das einem ja dann in allen Punkten abnimmt.

Diese ''Freiheit'' versteht jeder selbstverantwortliche, freidenkende Mensch hingegen als Entmündigung, als Bevormundung und als den illegitimen Entzug bürgerlicher Freiheit.

Und an dieser Stelle fällt mir wieder das folgende Sprichwort ein:


''Der grösste Verfechter der Freiheit ist der mit Angst regierte Sklave, der seinen peinigenden "Führer" ehrerbietig anbetet.''


riesenZWERG

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Freitag, 30. Januar 2009
Das Sein des Scheins.....
... oder :
-Stell Dir vor, wir hätten ne Krise und
keiner macht mit-

Wer sich diese Tage gegen die von dem aus
Banken und Weltkonzernen bestehende
Global-Player-Konsortium generierte Krise
stellt und mit völlig irrationalen
Gegebenheiten konfrontiert wird, der wundert
sich über garnix mehr.

Weltweit hat sich die Just-In-Time-Produktion
durchgesetzt. Diese Tage entlarvt
ausgerechnet sie die Krise als eine von
langer Hand vorbereitete Misere.

Wer nämlich diese Tage entgegen der anderen
Großkonzerne munter weiterproduziert, kann
bei einigen seiner Zulieferern enttäuscht
werden. Sie produzieren einfach nicht mehr
oder nur noch in stark reduzierten
Stückzahlen.
Und das obwohl Material in großer Stückzahl
angefordert wird und der so wichtige
notwendige Umsatz, der da ja angeblich wegen
Auftragsrückgang ausbleibt,reinkäme.

Die Materialbeschaffung wird für noch
produzierende Betriebe zu einer echten
Herausforderung. Auftragnehmer,Subunternehmer
und Zulieferer, die offensichtlich zum
Konsortium gehören, boykottieren jene
Konzerne, die derzeit einfach
weiterproduzieren.

Das Komplott funktioniert ebenso einfach wie
genial:

Wer kein Material mehr hat, der produziert
auch nicht mehr lange und zack, wird er sich
uns, unseren Argumenten und unsererer
Rezession, unserer Kurzarbeit anschließen
müssen.

Das Sein des Scheins muss gewahrt werden, die
Illusion muss Wirklichkeit werden. Die
Virtualität der Werte und Unwerte muss nicht
nur als Realität verkauft werden, sie muss
zur Realität werden.

Dafür tut das Konsortium alles.
Das muss es auch, sonst fiele die generierte
Krise und all seine Machenschaften auf.

Und Andreas Urs Sommer: Deine Formulierung
des ''Schein des Seins
'', mit den von Dir genannten
Real-,Irreal-, und Surrealwirtschaften ist
falsch. ( Kultur Spiegel 11/08)

Der Schein wird nämlich zum Sein.
Denn diese programmierte Krise, die als
Illusion von Turbokapitalisten begann,
schafft reale Opfer und die Börse ist dabei
alles andere als der Geburtshelfer der
Einsicht, dass alles immerzu dem Wandel
unterworfen ist und dass nichts wirklich,
aber alles möglich ist!

Und Dein angebotener Trost, dass wenn alles
Schein ist, auch die Krise nur Schein sei,
hilft all den real Geschädigten nicht und
wirkt wie intellektueller, weltfremder
Spott.



riesenZWERG

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Freitag, 28. November 2008
Der latente Absolutismus ...
.... der Postmoderne ist, zugegeben, schwer auszumachen.


Dabei hilft es, zurück zu blicken und sich den Verlauf alter Konflikte vor Augen zu führen, um diesen versteckten Radikalismus, der uns immer öfters im Alltag begegnet und der allmählich zur Gewohnheit wird, zu erkennen.

Es gab ja mal eine Zeit, da konnte man die Leute mit kritischen Fragen so richtig herausfordern. Sie nahmen noch Stellung, ja ich erinnere mich, sie legten Rechenschaft ab, über ihre Worte und manchmal sogar über ihre Taten.

Heutzutage gelingt das einem immer seltener. Wird einem nämlich immer öfters in Kontroversen einfach unterstellt, man hätte den Kontext oder dessen Intention nicht begriffen oder es wird behauptet, man hätte eine völlig irrelevante Frage gestellt , die angeblich nur vom Thema ablenke.

Das ''Lächerlichmachen'' erfreut sich dabei ebenfalls immer größerer Beliebheit.
Aber dieses Abgleiten in die Satire oder Albernheit ist nicht zu unterschätzen, denn hat dies doch zum Ziel, den Meinungsgegner bzw. den Kritiker mundtot zu machen.

Bei genauerer Betrachtung, so dürfte es selbst der Dümmste erkennen, ist dies radikal, ja, diktatorisch und das obwohl man für die Öffentlichkeit sogar die Opposition zulässt.

Aber was ist das für ein seltsames Demokratieverständnis, bei dem themenbezogene und konstruktive Kommentare als ''Dreck'' o. ''Wirres Zeug'' bezeichnet werden oder bei denen die Opposition gleich beim ersten unliebsamen Wort in die Schublade der Lächerlichkeit gesteckt wird, ohne auch nur im Ansatz auf die anderslautenden Worte eingegangen zu sein ?

Auch gilt heutzutage immer öfters:

,, Solange man sich versichern kann, das Schlechte als schlecht zu empfinden und zu wissen, was dagegen das Gute wäre, solange führt man das eigene schlechte Handeln nicht auf sich selbst zurück. Man kann es so mit gutem Gewissen ausführen, denn es ist „ja eigentlich“ nicht in einem selbst begründet. Es liegt ja an den Umständen, die einen zwingen.''

Und dabei gilt schon längst nicht mehr der Ausspruch ‘’ Der Zweck heiligt die Mittel ‘’, denn heutzutage will man sich nicht immer für seine Tat rechtfertigen. Derlei Sprüche will man nicht immer wiedergeben, nur um das eigene Handeln zu rechtfertigen. Also versucht man diese Art der Argumentation zu legitimieren. Ist diese radikale Legitimation erst zur Mode geworden, so ist alles legitim, außer die Meinungsfreiheit .

Und zu Recht graut es jedem Demokraten, wenn er sich die Taten vorstellt, die diesem totalitären Denken folgen werden !


riesenZWERG

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Donnerstag, 27. November 2008
Unser Städtchen
Ich schau zum Fenster raus, runter in die
mehr als spärlich besuchte Fußgängerzone mit
ihren langweiligen Schaufenstern.
Ein für diesen Anblick schon symptomatisches
Gähnen überkommt mich.

Oh mein Gott, dieses Kaff, dass sich
euphemistisch als Saarpfalz-Metropole bezeichnet.
Oberpeinlich, diese eklatante Verbrämung der
Wirklichkeit !
Ich bin eigentlich mitten in dessen Zentrum,
aber trotzdem sieht man hier eher Katzen sich
besteigen als etwa amüsierte Menschen beim Shopping.
Zu fade, zu seicht die hiesigen Läden.
Das Marketing und Outfit der Geschäfte ist
miserabel, das Angebot einschläfernd.
Es fehlt irgendwie die Frische, diese
gewissen Akzente mit denen man Massen
mobilisieren könnte! Dieses Flair zieht einen
runter, ganz nach unten. Bei nüchterner
Betrachtung der Situation kommen einem gar
leicht Depressionen hoch ; im Vergleich zu
echten Einkaufsmetropolen erst recht!

Ein typisch saarländisches Städtchen, das wie
die meisten anderen auch, seine Möglichkeiten
nicht nutzt !
Der Kleingeist und das kleinkarierte Denken
bremst die Entwicklung ! Unsere Stadtväter
sind alte Säcke nur, ohne Visonen ohne
Impulse. Alte graue Männer mit guten
Gehältern, die nur noch ihre Budgets
verwalten und die Gelder horten ! Keine Leute
hier unter den stadtischen Steuermännern, die
etwa Sinn, für Neues, für Belebung , etwas
für das junge Volk übrig, für die Zukunft
übrig hätten .
Ja, der reizlose, öde Charme des Städtchens
spiegelt nur die Mentalität der Menschen hier
wieder und nicht nur die der Verantwortlichen.
Die greuliche Bestätigung dafür erhält man
spätestens dann, wenn draußen Markt ist und
eine Horde grauhaariger, pseudo-erfahrener,
weil weltfremder Menschen in die
Fußgängerzone strömen, nicht etwa um ihre
Besorgungen zu machen, nein, primär um sich
diese immer wiederkehrenden,
spießbürgerlichen und belanglosen
''Ich-weiß-was-vom-Hören-Sagen-aber-das-ganz genau''-Gespräche abzuhalten.

Ein dilettantisches und gerüchtegespicktes
Quatschkonzert, das für zeitweilige Belebung in dieser Einöde sorgt.

Hört man zufällig, so im Vorbeigehen, bei
diesen Gesprächen zu (was erfahrungsgemäß
keinesfalls zu empfehlen ist), so stellen
sich einem angesichts der erschütternden
Oberflächlichkeit die Nackenhaare.

Naja, besser jedenfalls als der momentane,
furchtbar triste Anblick der nahezu
menschenleeren Einkaufszone.

Und ich merke schon, ich passe in diese Stadt.

Hurra, morgenfrüh ist wieder Markt.


riesenZWERG

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Dienstag, 25. November 2008
Internet - Sündenpfuhl und Superorganismus

Erotisches Fresko im öffentlichen Bad von Pompeji



Werte Freunde des Kynismus, ich muss es wirklich einmal sagen:
,,Ich liebe das Internet !''

Wohl weil es so gut zu meiner Neigung, kollektiv zu keulen, passt. Reichlich Raum wird dort meinem Kynismus und Sarkasmus geboten.

Gelangweilte und frustierte Frauen flüchten sich in Internetforen in melancholische Gedichtverse und Blogmarathons, üben sich in pseudo-eklektischem und esoterischem Gewäsch. Notgeile Männer checken rasterfahndungsmäßig die Weiberprofile. Arbeitsscheues Gesindel ist hier von morgens bis abends online. Viele bloggen und kommentieren sich in den Blogs den Frust von der Seele um so der unliebsamen Realität zu entfliehen.

Tiefgründigkeit ist in Internetforen jedoch meist ein Fremdwort. Schon ein halbmeter tiefer Griff ins trübe Fremdwortwasser und ein paar gute Formulierungen versetzt die meisten User schon in Erstaunen. Viele fühlen sich aber auch ins intellektuelle Abseits katapultiert, da sie meinen, mit den versierten Schreibern ohnehin nicht mithalten zu können.
Jedoch im Gegensatz zu verschiedenen Menschenansammlungen anderswo, die dies von sich behaupten, pulsieren die Internetforen tatsächlich. Viele Blogs füllen und leeren sich hin und wieder im Minutentakt. Meist bleibt die Athmosphäre dabei sogar entspannt, auch wenn dies mit einer gewissen Leidenschaftslosigkeit und fehlender textualer Kreativität zusammenhängt.
Sicher, auf jeder Plattform gibt es natürlich reichlich Psychopathen, die alles völlig anders empfinden und ständig darauf lauern ihrem Unmut über verschiedene User oder sonstwas einen Aufhänger zu geben. Wer darauf emotional anstatt sachlich und gelassen reagiert, findet sich ratzfatz in einer heftigen wechselseitigen Anfeindung wieder. Wer Dampf macht und wer nur das Ventil spielt, ist dabei schon nach kurzer Zeit nicht mehr auszumachen.
Es gibt wirklich nichts desillusionierenderes und frustrierenderes aber auch nichts belebenderes und regenerierenderes als diese von Idioten übersäten Plattformen. Herrlich nicht wahr !?! :-)

Ja, das Einzigste, was dort noch durchgängiger ist als die Idiotie, ist die Unzufriedenheit und die damit einhergende Ungelassenheit vieler Leute, die öfters für Kontroversen sorgt. Größer als die Anzahl der geistig Umnachteten ist nur die Vielzahl der gescheiterten Existenzen, die ihr kaputtes Reallife, diese graue abgedroschene Welt, gegen das virtuelle, bunte Secondlife eintauschten.

Und das Beste ist die mögliche Verknüpfung zweier diametral zueinander stehenden Menschentypen :

Den Idioten und den Denker !

Der Idiot hinter dem Web-Schaufenster stellt seine geistigen Dünschiss aus und der Denker kann ihn gefahrlos, steril und geruchsfrei von der anderen Seite aus beobachten ! Hat er genug davon gesehen, loggt er sich einfach aus oder wechselt das Forum !

Ja, das Internet inspiriert so den weltoffenen und kommunikativen Menschen und bietet jedem klugen Beobachter ausreichend Negativbeispiele für menschliche Kommunikation.
Es gibt doch wirklich wenige Konzessionen, die man machen muss, um das Internet zu mögen. :-)

Wie auch immer - am Besten kommt man klar, wenn man sich an der geistigen Armut und der Oberflächlichkeit nicht stört.

Wie gesagt, ein Paradies für Psychopathen, aber auch für Wissbegierige, Menschenfreunde, Zyniker und, ja klar, ein Anknüpfungsmodell erster Klasse für uns Kyniker :-)


riesenZWERG

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Montag, 24. November 2008
Kynismus

Bild: Diogenes aus Sinope/Diogenes in der Tonne


Bevor ich in der Folge kynische Texte bzw. kynische Satire bloggen werde, erkläre ich vorab dem geneigten Leser, was es denn mit diesem Kynismus auf sich hat.


Was genau ist also Kynismus ?

Nicht ganz einfach zu beschreiben, hab ich es hier
einmal versucht zusammenzustellen:

Ursprünglich wird der Kynismus als eine philosophische Richtung der griechischen Antike (5. Jhr. v. Chr.) eingestuft. Erst viel später griff man den Begriff des Zynismus auf.

Aufgrund der eher praktischen als philosophischen Orientierung der kynischen Lehre ist es die Aufgabe der Kyniker selbst, ihre auf die jeweiligen Gesellschaftsverhältnisse angepassten Kynismus ,zeitgemäß also, auszurichten und zu definieren um sich vom allgemeinen Zynismus abzugrenzen.
Die letzten in der Postmoderne übriggebliebenen Kyniker tun sich zugegeben schwer damit. Bedienen sie sich nämlich genauso wie Kulturpessimisten und Kulturoptimisten einem geschichtsphilosophischen bzw. soziohistorischen Determinismus.

Kyniker zählen zu den ersten Kulturkritikern, deren höchstes Ziel das bedürfnislose Glück ist, das auf innerer Unabhängigkeit und Autarkie beruht.
Dieses Ziel wurde insbesondere nach dem Peloponnesischen Krieg erklärt. Der in dieser Zeit aufkommenden Überdruss an der „verkommenen Gesellschaft“ war dafür ausschlaggebend.

Zweifellos prägte der Kynismus in den darauffolgenden Jahrhunderten unsere Kultur- und Philosophielandschaft mit, auch wenn die meisten kynischen Schriften verloren gingen.

Kyniker sind und waren von jeher etwas kauzige Sonderlinge, aber keineswegs hämische oder gar bösartige Menschen, die sich absichtlich über die Würde des anderen hinwegsetzen.

Kyniker sind genau wie Zyniker eher
Moralisten mit einem Hang zur Farce,
Komödianten mit melancholischen Neigungen.
Nicht eine Erleuchtung ist es oder eine Idee,
die sie motiviert, sondern der blanke Ekel.

Zugegeben, der schwarze Humor, den manche Kyniker an den Tag legen, ist eine Ausgeburt des Ekels; aber die bösartigen Ausfälle, die sie sich erlauben, sind nur eine Schutzmassnahme oder ein Ventil, um an dem Unmut nicht zu ersticken, den das Studium der Conditio humana (Bedingung des Menschseins) bereitet.
Genau darin -so muß ich gestehen- liegt auch meine Hauptmotivation.

Näher betrachtet sind Kyniker wie Zyniker also Spezialisten in Sachen Trivialität, Experten auf dem Gebiet des Profanen. Sie verstehen sich darauf, mit dem, was in einer Kultur als abgeschmackt, seicht und belanglos gilt, intelligent umzugehen, das heißt auf nichttriviale Art und Weise. Sie bieten das Triviale wider das Schöne, Wahre und Gute auf, konfundieren das Höchste mit dem Gemeinsten, zeigen ein ums andere Mal, dass es stets nur ein kleiner Schritt vom Erhabenen zum Lächerlichen ist.

Und wenn der Zynismus, wie Antisthenes sagte, «der kürzeste Weg zur Tugend» ist, dann ist das Triviale die Sphäre, über die er verläuft. Zyniker tragen keine Scheu, etwas Gemeines und vermeintlich Belangloses ins Feld zu führen, um die Autorität des Wissens oder der Macht zu erschüttern. «Seien Sie richtig gemein», so sagt z. B. Houellebecq in seinem Werk Elementarteilchen «dann sind sie wahr.»

Der Kynismus läuft oft in gleicher Manier ab, unterscheidet sich aber , wie gesagt in den Ursprüngen und dem grundlegenden und für sie erreichbaren Ziel der Glückseligkeit.

Zyniker sind dagegen meist hoffnungslose Kritiker, die häufig, ohne zu merken, ihre Niederlage in Form angepasstem Spott preisgeben, der sich aus dem
zweckdogmatischen Denken der Moderne ergibt!

Dies trifft so für den Kyniker nicht zu, denn seine grundsätzliche (relativ) materielle Bedürfnislosigkeit, die sich in Hinsicht auf seinen Geist bzw. seine ethisch-moralische Gesinnung auf eine analoge Bedingungslosigkeit stützt, verschafft ihm in kontroversen Situationen wie auch bei Analysen von Sachverhalten eine weitgehend unabhängige und ganzheitliche Beurteilungs- bzw. Argumentationsgrundlage.


riesenZWERG

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Donnerstag, 20. November 2008
Hauptursache : Konsumgesellschaft
Zitat:
Ist es nicht so, daß wir aus Dingen eine Mauer um uns errichten, eine hohe Mauer, um den Tod nicht zu sehen? ... Der Motor der Konsumgesellschaft ist nicht die Freude am Leben, sondern die Angst vor dem Tod.

Lotte Ingrisch (*1930), östr. Schriftstellerin


Gemeinhein argumentiert der Mainstream, allein ein kaltblütiger Kapitalismus und falsche Politik lenkten unsere Republik weg vom Sozialstaat und hin zur Entmündigung und zunehmenden Verarmung des Volkes.

Ganz typisch für den modernen Konsumenten dabei ist, dass man eben diese Meinung als Gegenmeinung zur Allgemeinheit versteht, obwohl man sich damit dem üblichen, stereotypen Tenor anschließt. Grundlage ihrer Argumentation ist allein ihr Konsum- bzw. Anspruchsdenken. Ich erkläre das .

Hat man es im Leben jedoch einmal geschafft, sich selbst am Schopfe aus seiner ideologischen, und in der persönlichen Situation und sozialen Herkunft begründeten Sichtweise herauszuziehen (Kästchendenken) und betrachtet man daraufhin objektiv die gesellschaftliche Situation von allen Seiten, so erkennt man erst seine einseitigen und zuvor lange für richtig und unumstößlich gehaltenen Ansichten, dass wir alle ja von da oben, ja von ein paar Männlein in Wirtschaft und Politk geführt und gelenkt werden.

Und ich frage:
Was wäre es doch für ein liederliches, schändliches Volk von 82 Mio Menschen , dass sich angeblich lenken ließe von ein paar inkompetenten Männlein da oben ?

Was wäre es doch für ein erbärmliches Volk, das zugeben müsste, dass es von ein paar wenigen Managern und Politikern an der Nase herumgeführt wird, und das obwohl es sich dessen doch schon länger bewußt ist ? (die Politikverdrossenheit und das kollektive Feindbild ''Arbeitgeber'' sind da nur zwei Anhaltspunkte dafür).

Leider sitzen jedoch die Meisten ein Leben lang in der gleichen Schublade und können daher auch nur aus einer Perspektive aus argumentieren.

Mühselig, hier im Blog aber die wirklich wesentlichen Ursachen für die scheinbar verfahrene gesellschaftliche mentale Situation kurz und prägnant verständlich zu machen.

Der Hauptgrund für die verdrehte Ursachen-Wirkungs-Abfolge in den Köpfen, liegt meines Erachtens in der kollektiven Verfahrensweise begründet, die Wirkung, welche eigene, selbst begangene Fehler zwangsläufig nach sich ziehen, stets der Wirtschaft und der Politik zuzuschreiben.

Es ist so : Man erhöht sein Anspruchsdenken, was meist materieller Natur ist, das erhöht in der Folge einen erhöhten Finanzbedarf, der, wenn er nicht erfüllt wird, einen aus dem Konsumdenken heraus konstruierten Mangel verursacht, den man dann einem zu geringem Lohn oder zu hohen Abgaben an den Staat zuschreibt.

Ein Beispiel anhand des mittlerweile exzessiven und zur Normalität gewordenen Konsumdenkens:

Aufgrund des in den letzten 20 Jahren stark angestiegenen Angebots an Waren und Dienstleistungen aller Art hat die Wirtschaft gar nicht auf die Jagd nach Kunden gehen müssen! Und bis heute strömen die Massen, etwa bei einer Neueröffnung eines Einkaufscenters wie von Sinnen in die Läden, stöbern euphorisch in den Regalen und packen oft ein, soviel sie tragen können.
Neulich konnte man solch ein Schauspiel exzessiver Konsumierung hier in Homburg bei der Tedox-Eröffnung schön beobachten! Aber das ist ja nicht nur bei Neueröffnungen so.

Freitags oder Samstags ist auf dem Parkplatz des Einkaufscenters oder des Baumarktes auch kaum noch ein Parkplatz frei. Ich frage mich dann immer, warum die Leute das alles brauchen, was sie da alles rausschleppen !?!
Gemeinhein fragt sich der moderne Konsument heutzutage aber nur noch was er braucht, wobei das insgeheim ein Wollen ist. Denn Vieles braucht er tatsächlich nicht. Er fragt sich aber nicht, warum und ob er es unbedingt braucht. Zu tief steckt er in der Konsumspirale.

Es sind die Lebensumstände, der gehobene Lebensstandard und das veränderte Anspruchsdenken, dass man an das Kollektiv, an diese Massenpsychose anpasste und das derartige Fragen überflüssig macht.

Ich halte nun überwiegend diese exzessive Entwicklung einer mittlerweile abartigen, perversen Konsumgesellschaft in Bezug auf die meisten sozialen Probleme in unserem Land für verantwortlich.
Denn hierbei gibt es keine Grenzen und demnach steigt analog der Kapitalbedarf des Einzelnen. Der Markt reagiert darauf nur und optimiert natürlich sein Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Die Folge ist, dass das Angebot immer weiter steigt, denn der Absatz ist durch das Konsumdenken der Bevölkerung gesichert.

Dabei ist es nun wichtig zu erkennen, dass weniger die Preissteigerungen für einen erhöhten Kapitalbedarf sorgen, als eher das mit dem gestiegenen Angebot, erhöhte Anspruchsdenken.

Man will die neuartige Ware nun unbedingt auch haben. Beispiele dafür finden sich Viele, etwa bei PC, Handy und neuerdings Flat-TV's. Der alte noch gute Fernseher wird einfach weggeworfen oder verschenkt. Ein neues flaches Ding muss ins Wohnzimmer.

Sich anpassen, mit den anderen mithalten, schlicht, konsumieren heißt das Programm der Masse !

Und so geht es mit allem !

Haufenweise unnötiges Zeug wird angeschafft, dass dann alljährlich wieder vor die Tür, zum Sperrmüll gestellt wird, weil man sich ja wieder Neues besorgen musste. Das Wörtchen ''Müssen'' ist dabei wesentlich. Ja, es ist eine konsumistische, fehlgeleitete Empfindung, die den Leuten Notwendigkeit vortäuscht. Dies ist ein ganz typisches Merkmal dieser Konsumgesellschaft.

Und genau dieser ''Ich muss haben-Typus'' und der damit einhergehende logische Mangel an Finanzen, erklärt uns auch meist schon die Situation.

Dieser Mangel an Finanzen zwingt in der Folge zu Ratenzahlungen für Dinge , die sie ihrer Meinung nach ebenfalls haben ''müssen'' . Schließlich erhöhen sich dadurch die monatlichen Kosten, wodurch es zunehmend schwieriger wird, die wirklich wichtigen Kosten wie Miete u.ä noch zu decken.

Die Lebenshaltungskosten für die wirklich notwendigen Dinge, die man zum Leben braucht (schafft der Normalkonsument es überhaupt noch diese von dem ganzen unnötigen Kram zu unterscheiden) machen bei den Meisten einen Bruchteil ihres Nettoeinkommens aus. Bei dieser Argumentation wird der moderne Konsument sofort fragend entgegnen, warum er sich denn der konsumistischen Abstinenz zuwenden solle !?!?

Alle konsumieren doch, alle !!!
Und alle täten dies doch nicht, wenn sie nicht ''müssten '' .

Also ''muss'' ich auch !


riesenZWERG

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